Der lange Weg zum neuen Auto. Was ich nicht will. Die Kandidaten. Wo kaufen? Der Kandidat für den Service des Altea ist auch bereits gefunden. Die einzige Probefahrt nach Feierabend über Seat Austinat in Essen. Bestellung.

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Der lange Weg zum neuen Auto. Was ich nicht will. Die Kandidaten. Wo kaufen? Der Kandidat für den Service des Altea ist auch bereits gefunden. Die einzige Probefahrt nach Feierabend über Seat Austinat in Essen. Bestellung.

Der lange Weg zum neuen Auto

Die Suche nach einem neuen oder gebrauchten fahrbaren Untersatz kam in den letzten ein bis zwei Jahren vor dem Kauf des Altea immer wieder auf, wenn der selige Seat Ibiza 1.9 TDI SXE aus August 1997 mal wieder eine Formkrise an den Tag legte.

Der defekte Kupplungsgeberzylinder (2004), Radlager (2005), Anlasser (break down in der Einöde Englands in 2005) sind die typischen Schwachstellen, die ein Fahrzeug im Alter von neun Jahren mit einer Laufleistung von aktuell 223.050 km zeigt.

Letztlich entscheidend war, man soll es nicht glauben, der zunehmende Rostbefall in Kombination mit größeren bereits seit längerer Zeit anstehenden Reparaturen und dem fälligen Termin zur Hauptuntersuchung. Letztere werde ich dennoch zur potentiellen Wertsteigerung in Angriff nehmen. Durchrostungen sind nicht vorhanden und auch sonst ist das Fahrzeug keine fahrende Zeitbombe, aber auf gutem Weg dahin nach weiteren ein bis drei Jahren in dritter Hand so zu enden.

Anfällig für Rost sind aktuell neben dem Schweller Fahrerseite und Teilen des Unterbodens die hinteren Radläufe. Zudem zieren einige große Steinschläge Motorhaube und Windschutzscheibe. An Reparaturen wären demnächst Stoßdämpfer vermutlich mit einigen Aufhängungsteilen und Bremsscheiben vorne inklusive Beläge fällig.

Im Alter von neun Jahren bei aktuell 223.050 km auf dem Tacho sind das Mängel, die aufgrund der Laufleistung leicht zu erklären sind. Bedingt durch die lange Lieferzeit des Nachfolgers war ich genötigt, den Mittelschalldämpfer zu erneuern, da ich die lange Urlaubstour in die Toskana nicht mit einem auf den Tank blasenden Auspuff bewältigen wollte.

Das Vertrauen in die Technik ist also grundsätzlich auch noch für lange Touren vorhanden (neben einem Schutzbrief versteht sich), aber die anstehenden größeren Reparaturen führten letztlich zum Abschluss des Themas Neufahrzeug.

Was ich nicht will

Als junger Mensch im zarten Alter von 29 Jahren stehe ich vor dem Spagat keinen Pampersbomber la klassischem Kombi zu wollen, weil davon schon genügend von Papis um die 35 Jahre durch die Städte kutschiert werden und gleichzeitig den Hang zum Praktischen und Ökonomischen zu haben. Alle Kombis vom Astra Caravan, der aus anderen Gründen sofort k.o. war, über diverse Kombis der VW Konzernsparten bis hin zu Japanern und Franzosen im Kombiformat scheiden daher bereits am Start der Suche aus.

Ein Stufenheck ist aus Gründen der Alltagstauglichkeit ebenfalls nicht kompromissfähig.

Etliche Fahrzeuge, die ich an dieser Stelle nicht näher nennen möchte, da die Einflüsse zu sehr auf persönlichen Wertungen basieren, scheiden aufgrund meiner Körpergröße von 1,98 m bereits nach dem ersten Probesitzen aus. Die Sitzschienen sind zu kurz, die Kopfstützen geradezu lächerlich niedrig, die Lenkradverstellung ist mit langen Beinen nicht kompatibel und weitere klaustrophobische Eindrücke bezüglich Kopffreiheit, Knieraum und Einstiegskomfort verhageln die Bilanz.

Die Kandidaten

Ich suche einen Wagen in der klassischen Kompaktklasse. Angenehm groß und tauglich um zum Beispiel vier Erwachsene inklusive Material in den (Ski-)Urlaub zu bringen und zeitgleich ein Mobil ohne chronischen Langweiligkeitsgrad.

Citroën C4 Limousine und Coupé

Ich gestehe, weder Limousine noch Coupé dieses Modells zur Probe gefahren zu haben. Die knackige Werbung und die immer wieder günstig angebotenen Sondermodelle und extrem beworbenen Sonderkonditionen verleiten manchen dazu. Probegesessen habe ich dagegen mehrfach und bin zum Fazit gekommen, dass mir das Auto nicht passt.

Außen herum ist das Modell sofort ein Kauf. Besonders das Coupé ist in seiner Linienführung einmalig und sofort überzeugend, wenn man meine Kriterien anlegt. Angenehm großer Kofferraum, Partikelfilter für Diesel, gute Ausstattung und stimmige Qualität. Leider sind einige Ausstattungskombinationen nicht sinnvoll Sitzheizung gibt es nur mit Leder: Warum sollen Stoffsitzsitzer im Winter mit "Dieselheizung" ohne Wirkung frieren? Und letztlich ist der Preis gegenüber dem EU-Import eines Seat nicht konkurrenzfähig.

Golf IV

Golf IV TDI (gebrauchtes Fahrzeug): Ein Fahrzeug, dass sich als günstiger Leasingrückkauf aus dem Unternehmen hätte ergeben können. Die Lösung hat sich jedoch zerschlagen. Wahrscheinlich die bessere Lösung, denn die Firmenwagen haben einiges erlebt (keiner dürfte nach drei Jahren unfallfrei sein), wie ich in meiner Funktion als Fleet Manager des PKW- und LKW-Fuhrparks (insgesamt bescheidene 100 Fahrzeuge) seit Amtsantritt nach und nach feststelle. Außerdem dürfte ich mich nicht an dieser Stelle verewigen, wenn es ein Golf IV TDI Ocean in "used look" geworden wäre.

Ford Focus II (neues Modell)

Ford Focus II (neues Modell) als 5-Türer (kein Kombi!): k.o. Kriterium war letztlich der Preis und zu einem geringen Anteil der Langeweilefaktor. Es sind schon zu viele Ford Focus II auf der Straße. Ansonsten passt an dem Fahrzeug sehr viel. Die Optik und Haptik stimmt. Platz ist besonders vorne reichlich vorhanden. Der bereits in der Familie vorhanden Ford Focus C-MAX TDCI 1.6 weiß durch Praxistauglichkeit und Komfort zu überzeugen. Der Kofferraum des Focus ist auch als 5-Türer seines Namens würdig.

Aber dem gegenüber gestellt, gefällt der Altea ein Stück mehr, ist der Kofferraum praxistauglicher, hat der Wagen mehr Zuladung, bietet besonders im Fond mehr Platz, ist die Materialauswahl und Haptik hochwertiger und unter dem Strich der Wagen in meiner Wunschkonfiguration (beide als EU-Reimport) günstiger.

Ford Focus C-MAX

Dieser wäre die 100% Vernunftlösung gewesen. Der Wagen ist im Kofferraum und besonders im Fond in Kombination mit dem Komfortsitzsystem haushoch dem Altea überlegen. Komfort, Sicherheit, Alltagstauglichkeit und Technik überzeugen. Der Grund, dass die Entscheidung dann doch für den Altea ausgefallen ist liegt im rein subjektiven. Der Altea gefällt mir einfach besser, ist das neuere Modell und wirkt dabei frischer, jünger und unkonformer.

VW Golf V Limousine und VW Touran

Kurz und knapp scheiden beide aufgrund chronischer Langeweile aus. Auch Preis und Leistung sind nur auf Mittelmaß. Einen sehr günstigen aber zugegeben ebenfalls langweiligen Golf IV hätte ich mir aufgrund des Preises als Gebrauchtwagen gefallen lassen. Neu möchte ich mir so was nicht ans Bein binden. Wenn selbst Konzerntöchter das gleiche für meinen Geschmack zu einem günstigern Preis besser schaffen sind die Kandidaten durchgefallen.

BMW 118d

Ich bin den 1er als 116i mehrere Male jeweils etwa 800 km "Probe" gefahren. Der Benziner ist der falsche Motor für mich als Dieselfahrer. Der Diesel ist der Traum und hätte eventuell über die Unzulänglichkeiten im Bereich Praxistauglichkeit (Kofferraum, Zuladung) hinweg helfen können.

Da der BMW in meiner Konfiguration auch als EU-Reimport mindestens 5.000 Euro über Limit liegt, brauche ich mir darüber nicht mehr den Kopf zu zerbrechen.

Seat Leon

Letzter und hartnäckiger Kontrahent im Kampf Vernunft gegen Design ist der Seat Leon:

Die sehr tiefe Sitzposition, die beengten Verhältnisse im Fond (das Fahrzeug ist aufgrund meiner Größe praktisch ein 3-Sitzer, da hinter mir keiner mehr menschenwürdig längere Strecken zubringen kann) und der höhere Preis gegenüber dem Altea, bei identischer Ausstattung machen am Ende den Weg für den Seat Altea Stylance 1.9 TDI frei.

Wo kaufen?

Bereits vor den ersten ernst zu nehmenden Bemühungen um den Kauf eines neuen fahrbaren Untersatz im Jahr 2004 stand fest, dass wenn immer finanziell vorteilhaft ein EU Reimport gewählt wird. Ein solcher (Seat Ibiza aus 2003) fährt bereits in der Familie herum und bis jetzt war diese Entscheidung zu 100% richtig. Lieferant damals wie auch jetzt wird daher ohne länger zu zögern Jütten & Koolen werden.

Das mag dem einen oder anderen negativ aufstoßen, weil es dem deutschen Autohändler schadet. Abgesehen davon, dass die Ursache dafür nicht bei mir, sondern bei der zweifelhaften Preisgestaltung und Besteuerung in der EU zu suchen ist, lebt der Händler letztlich vom Service und nicht vom Verkauf um jeden Preis.

Der Kandidat für den Service des Altea ist auch bereits gefunden

Vor der endgültigen Bestellung habe ich einige Male das Seat Niederrhein Zentrum in Düsseldorf am Höherweg aufgesucht. Dort wurde mir stets sehr offene und kompetente Beratung offenbar. Die Preisverhandlungen waren ebenfalls sehr weit fortgeschritten und endeten leider damit, dass der Verkäufer selbst die Zulassung und Überführung auf die eigene Kappe nahm und praktisch mit heruntergelassenen Hosen vor mir stand, wobei das Fahrzeug immer noch 1.100 Euro über dem EU-Neuwagenpreis für ein identisches Modell aus den Niederlanden lag.

Sein einziger Kommentar dazu war, dass man den gleichen Wagen getrost bei meinem angestrebten Ziel oder auch sonst wo in Europa kaufen kann, da das Fahrzeug grundsätzlich gleich ist. Der nette Verkäufer machte sich sogar auf eigenen Wunsch die Mühe die lange Liste der Serien- und Sonderausstattung mit seinem Angebot abzugleichen. Fazit war, dass das deutsche Modell gegen die Version aus NL im Preis verliert und auch die Lieferzeit unterm Strich gleich sein wird, da die Fahrzeuge vom gleichen Band fallen.

Ohne an diesem Endergebnis je gezweifelt zu haben, fahre ich für das gesparte Geld im Juli in den Urlaub. Den Servicepartner habe ich gefunden und beide Seiten gehen als Sieger aus dem Geschäft hervor.

Die einzige Probefahrt nach Feierabend über Seat Austinat in Essen

Das Fahrzeug stellt sich als ziemlich heruntergekommener einjähriger Seat Altea Sport 2.0 TDI mit dazugehörigen "Anbauteilen" heraus. Hundehaare zieren die Rückbank, Kofferraumabdeckung und Kofferraumboden. Das Auto ist innen wie außen pollengelb und schlicht saudreckig.

Die Fahrt startet passend bei sintflutartigem Regen und Stopp and go Verkehr. Eine kurze Runde durch die Stadt zur Autobahn und etwa 10 km bewegen mich jedoch ernsthaft dazu die bereits fest stehende Motorwahl neu zu überdenken. Der 2.0 TDI mit 140 PS geht zugegeben sehr nett und macht auf der Autobahn schlicht Spaß.

Dagegen sprechen 1.500 Euro Aufpreis, ein Liter mehr Verbrauch, höhere Versicherungseinstufung und vor allem mein Arbeitsweg. Ich stehe täglich auf der A52 im Stau gen Düsseldorf. Egal ob 105 PS oder 140 PS dürfte das Vorrankommen mehr vom Vordermann als von der Motorisierung abhängen.

Nach einer Nacht Schlaf steht die Entscheidung fest. Es wird ein Seat Altea 1.9 TDI werden. Als Ausstattung möchte ich nicht auf Tempomat, Bordcomputer, Klimaautomatik, Dieselpartikelfilter und Leichtmetallfelgen verzichten und wähle daher die gehobene auf Komfort ausgelegte Stylance Ausstattung.

Bestellung

Ende Mai wird die unverbindliche Bestellung per Email abgesetzt. Der deutsche Listenpreis liegt bei 24.025 Euro zuzüglich Überführung und Zulassung. Am Ende der Verhandlungen stehe ich im hiesigen Favoriten unter den Autohäusern bei 21.690 Euro inklusive Überführung und Zulassung.

Bei Jütten & Koolen kostet das gleiche Fahrzeug 20.410 Euro inklusive Navigations-CD für den deutschen Raum und deutschem Handbuch.

Der ersten kleinen Papierschlacht und verbindlichen Bestellung am 2. Juni folgt am 19. Juni die zaghafte Nachfrage bei Jütten & Koolen, ob denn meine Bestellung auch angekommen ist, da ich bisher nicht die beruflich gewohnte Auftragsbestätigung in schriftlicher Form erhalten habe.

Die nette Dame am Telefon findet meine Bestellung "im System".

Bis heute (26. Juni 2006) liegt immer noch keine Bestätigung der verbindlichen Bestellung im Briefkasten. Ich bleibe jedoch zuversichtlich, dass ich in drei bis vier Monaten ab Bestellung meinen neuen Altea in Empfang nehmen werde.

Das Fahrzeug wird abweichend von der Serienausstattung mit dem kleinen Navigationssystem inklusive Deutschland-CD, ESP (in NL aufpreispflichtig, aber in der Summe immer noch deutlich günstiger) und dem Winterpaket bestehend aus Sitzheizung vorne, beheizbare Scheibenwaschdüsen, beheizte A-Säule und Scheinwerferreinigungsanlage bestellt. Diese Konfiguration basierend auf der sehr gut ausgestatteten Stylance Ausstattung stand bereits sehr früh bei allen Verhandlungen fest.

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