Einbau eines Parkpiloten Bosch URF 4 (Park Distance Control) in der Mercedes A-Klasse (W168 und V168).

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Einbau eines Parkpiloten Bosch URF 4 (Park Distance Control) in der Mercedes A-Klasse (W168 und V168).

Sensor des Parkpiloten. Parkpilot Bosch URF 4

Anleitung und Bilder von Jens Spieker

Beweggrund

Am Zafira schon zweimal praktiziert sollte nun auch der Mercedes A 170 CDI damit ausgestattet werden. Wenn man die Hilfe eines Parkpiloten schätzen gelernt hat, möchte man nicht darauf verzichten.

Mercedes A-Klasse vor der Nachrüstung. Mercedes A-Klasse nach der Nachrüstung mit einem Parkpiloten von Bosch.
Mercedes A-Klasse vor und nach der Nachrüstung eines Parkpiloten.

Werkzeug

  • Kunststoffkeil
  • Schraubendreher
  • Akkuschrauber
  • Bohrer 3 mm
  • Ratsche
  • 8er Nuss
  • 10er Nuss
  • Forsterbohrer 30 mm
  • Forsterbohrer 35 mm
  • Rundfeile
  • Zugdraht

Material

  • Boschparkpilot URF 4 bestehd aus:
    Basisanlage Bestellnummer 0 263 009 134 für 89 Euro inklusive Versand bei einem großen Internetauktionshaus und
    Fahrzeugspezifisches Einbaukit für die A-Klasse etwa 25 Euro beim Boschhändler
    ab Baujahr 05/2001: Bestellnummer 0 263 009 425
    ab Baujahr 10/1997 bis 04/2001: Bestellnummer 0 263 009 283
  • Abzweigklemme 1 Stück etwa 0,55 Euro
  • Clips für die Dachverkleidung 8 Stück
  • Farbspray (Wagenfarbe), Klarlack und Kunststoffhaftprima Kosten etwa 27 Euro

Benötigtes Material für den Einbau des Parkpiloten.
Benötigtes Material für den Einbau des Parkpiloten.

Einbauzeit

Hier kann ich nur von einer Schätzung ausgehen, da wir die Arbeiten mit Unterbrechungen durch geführt haben. Zweieinhalb Stunden ohne Lackierarbeiten halte ich zu zweit aber für realistisch. Sicherlich geht es auch schneller, aber für mich ist eine ordentliche Durchführung der Arbeiten wichtiger als Rekorde aufzustellen.

Der Einbau

Lackierarbeiten

Der erste Schritt war die Lackierung der vier Sensoren und der vier Konturenringe. Die Lackierarbeiten habe ich eine Woche zuvor durchgeführt, da hier mehrere Arbeitsschritte in Abständen erforderlich sind. Mit etwas Übung kann man die Teile selber lackieren und muss sie nicht unbedingt in eine Lackiererei geben. Bitte nicht vergessen alle Teile mit Azeton zu entfetten!

Die Sensoren werden in einer Pappverpackung geliefert und können während der Lackierarbeiten in dieser verbleiben. Dadurch spart man sich das Abkleben. Nur die zu lackierenden Flächen schauen aus der Verpackung.

Bei den Konturenringen bedarf es etwas mehr Vorbereitung. Nach dem Entfetten müssen sie mit Kunststoffhaftprima behandelt werden, damit der Lack auch auf dem Kunststoff hält! Bitte etwas Zeit in die Arbeit investieren, damit der Lack auch lange hält und nicht schon nach einigen Tagen abblättert.

Die Konturenringen habe ich mittels doppelseitigem Klebeband auf ein Brett geklebt, damit sie sich beim Besprühen mit der Farbe nicht selbstständig machen. Eine zweite Möglichkeit ist die Befestigung mit Klammern aus dem Tacker. Die Klammern habe ich im entsprechenden Abstand ins Brett geschossen und die Konturenringen daraufgesteckt. Ich habe beide Varianten angewandt. Letztendlich war die mit dem doppelseitigem Klebeband die bessere. Man lernt dazu, wenn man die Arbeiten öfter macht.

Anmerkung: Die Spraydosen für den Lack wurden nicht beim Mercedes Händler gekauft. Einige KFZ-Fachgeschäfte bieten den Service, die Farbe zu mischen und in Spraydosen abzufüllen, in Berlin zum Beispiel bei AutoTip erhältlich. Der Vorteil liegt im Wesentlichen im Preis und die Füllmenge mit 400 ml ist auch größer. Bei der Farbe Polarsilber (Farb-Nr. 761) gibt es drei Farbnuancen. Mittels eines Farbfächers aus dem Fachgeschäft wurde der genaue Farbton ermittelt.

Einbau des optisch-akustischen Anzeigeelementes

Für den Einbau des optisch-akustischen Anzeigenelementes (bei uns mit optischer Anzeige) muss die Dachverkleidung entfernt werden, um das Loch dafür bohren zu können. Zwischen die Dachverkleidung und Himmel wird ein Kunststoffkeil geschoben um die acht Clips zu lösen. Da es sich um Kunststoffclips handelt, ist das Risiko sehr groß, dass diese das nicht überleben. Wir haben es nicht geschafft und mussten neue kaufen.

Der einzige Platz für das Anzeigenelement ist auf der rechten Seite (in Fahrtrichtung). Auf der linken Seite befinden sich Kabel und die Leitung für das Wischwasser der Heckscheibe. Viele Möglichkeiten für einen geeigneten Platz gab es nicht. Um genügend Platz für die eigentlich geringe Einbautiefe zu haben, wählten wir eine Stelle mit einer Vertiefung im Blech der Heckklappe. Die Maße könnte Ihr dem Bild entnehmen. Bitte nach dem Anzeichnen prüfen, ob der richtige Platz gewählt wurde. Es gibt keinen zweiten Versuch, es sei denn man kauft eine neue Dachverkleidung.

Wenn alles angezeichnet und geprüft ist, kann mit dem 3 mm Bohrer eine Zentrierung als Führung für den Forsterbohrer gebohrt werden. Anschließend wird das 30 mm große Loch mit dem Forsterbohrer gebohrt. Ein Brett als Unterlage für die Dachverkleidung ist hilfreich. Jetzt kann das Kabel durch das Loch geführt und die Anzeige eingeclipst werden. Das Kabelende mit dem Stecker muss nun noch durch die C-Säule zum rechten Rücklicht geführt werden. Mit einem Zugdraht und etwas Geduld kein Problem. Zum Abschluss wird jetzt die Dachverkleidung wieder mit den zuvor neu besorgten Kunststoffclips befestigt.

Rückseite der gesamten Dachverkleidung der Heckklappe. Dachverkleidung mit Loch Ø 30 mm für das optisch-akustische Anzeigenelement. Das fertig montierte optisch-akustische Anzeigenelement. Optisch-akustisches Anzeigenelement aus der Sicht des Fahrers.
Einbau der Anzeige in die Dachverkleidung.

Anmerkung: Beim Einbausatz für die URF 4 vom Autohaus wird nur das akustische Anzeigeelement ohne optischer Anzeige geliefert. Die URF 4 vom Boschdienst verfügt zusätzlich über die optische Anzeige.

Einbau der Sensoren

Für den Abbau des Stoßfängers müssen acht Schrauben mit der 10er Nuss gelöst werden. Die ersten vier Schrauben befinden sich an der Ladekante des Kofferraums hinter den vier schwarzen Kunststoffabdeckungen die vorher mit einem kleinen Schraubendreher vorsichtig (Kratzer vermeiden!) entfernt werden.

wei weitere Schrauben befinden sich unterhalb an der Unterbodenverkleidung. Um die beiden letzten Schrauben zu lösen, muss die Radkasteninnenverkleidung jeweils rechts und links vorgeklappt werden, um an sie heran zu kommen. Wenn alle acht Schrauben gelöst sind, kann der Stoßfänger nach hinten abgezogen werden.

Die vier Sensoren sollten schon vormontiert werden. Als erstes müssen die Halteklammern mit der Metallfeder abgezogen werden.

Wichtig: Die Richtung beachten, damit sie wieder richtig aufgesetzt werden und den Sensor im Stoßfänger festhalten (spannen). Auf den Sensorhalter wird der lackierte Konturenring gedrückt und der Sensor von hinten eingeschoben. Wichtig: Hier muss die Richtung der Kontakte für die Kabelanschlüsse beachtet werden. Die Kontakte des linken äußeren, inneren und inneren rechten Sensor müssen in Richtung des rechten Rücklichts zeigen. Der rechte äußerer Sensor zeigt nach links. Es ist wichtig, damit das Kabel bzw. die Stecker zu den Anschlusskontakten auch von der Länge her passen.

Zu unserer Überraschung sahen wir jetzt, dass die Konstrukteure von Mercedes einige Vorarbeit geleistet haben. Die Einbaupunkte für die Sensoren waren gekennzeichnet. Zur Sicherheit kurz nachgemessen und der 3 mm Bohrer für die Zentrierbohrung wurde angesetzt. Mit dem Forsterbohrer (35 mm) wurden die vier erforderlichen Löcher anschließend gebohrt (eventuell entgraten).

Auch hier waren wir erstaunt wie einfach das ging. Gegenüber dem Zafira bohrte sich der Forsterbohrer wesentlich leichter durch den Kunststoff. Noch die kleine Nut am unteren Rand des Loches gefeilt und die Sensoren konnten eingesetzt werden. Die Halteklammern werden jetzt in der richtigen Richtung auf den Sensorhalter geschoben und fest angedrückt, sodass der Sensor richtig fest sitzt. Anschließend können die blauen Stecker fest in die Sensoren gesteckt werden. Diese Stecker haben eine Dichtung um Feuchtigkeit abzuhalten.

Mit dem Forsterbohrer wurde das 35-mm-Loch gebohrt.
Mit dem Forsterbohrer wurde das 35-mm-Loch gebohrt.

Einpassen des Konturenringes.
Einpassen des Konturenringes.

Im Vorfeld machte ich mir Gedanken über die Befestigung der Sensorenkabel hinter dem Stoßfänger. Gekauft hatte ich mir dafür Halter zum Ankleben für die Kabelbinder. Die werden jetzt woanders zum Einsatz kommen. Mercedes hat auch hier wieder Vorbereitungen getroffen. Im Schaumstoffträger sind Kanäle zum Verlegen der Kabel.

Schaumstoffträger mit Kabelkanälen.
Schaumstoffträger mit Kabelkanälen.

Elektrik

Jetzt fehlte die Elektrik noch. Seitlich der Karosserie gibt es eine passende Kabeldurchführung. Der vorhandene Gummistopfen kann entfernt werden, denn am Kabelbaum der Sensoren ist ein passender vorhanden. Das Kabel von den Sensoren lässt sich ohne Probleme zum Rücklicht führen.

Stromlaufpläne für die A-Klasse gibt es keine, also wurde geprüft. Hierzu wurde der Lampenträger des Rücklichts ausgebaut.

Nach dem das graugelbe Kabel (bei Baujahr 8/2003) als Zuleitung zum Rückfahrscheinwerfer identifiziert war, wurde mittels einer Abzweigklemme das rote Kabel vom Parkpiloten dort angeschlossen. Aus Erfahrung von einem anderen Fahrzeugmodell weiß ich, dass es bei den unterschiedlichen Modelljahren Abweichungen bei den Farben geben kann. Bitte sorgfältig prüfen!

Die Masse wurde an dem oberen Gewindestift an die vorhandene Mutter mit der 8er Nuss angeschraubt. Im fahrzeugspezifischen Einbaukit befindet sich ein 1.500 Ohm Widerstand der in die Halterung gesetzt werden muss. Jetzt können die Stecker in die Steuergerät gesteckt werden. Die Stecker sind so ausgeführt, dass Verwechslungen nicht möglich sind. Nach einer Funktionsprobe wurden Kabel und Steuergerät noch hinter der Verkleidung versteckt.

Gummistopfen der Kabeldurchführung. Kabeldurchführung.
Kabeldurchführung.

Steuerbox und Kabel.
Steuerbox und Kabel.

Klemmverbinder.
Klemmverbinder.

Anschlüsse

  • Kabel braun - Masse
  • Kabel rot - Plus 12 V von der Rückfahrlampe
  • Draht 1 - Widerstand mit 1.500 Ohm
  • Draht 2 - Steckschleife offen = laut, geschlossen = leise (optisch-akustisches Anzeigeelement)
  • Draht 3 - Schleife geschlossen = 30 cm Abstand, durchgetrennt = 50 Abstand für den Dauerton
  • Draht 4 - Schalter AZV-Steckdose an Masse = aus

Zum Abschluss kann jetzt wieder der Stoßfänger angebaut werden und fertig ist der Einbau des Bosch Parkpiloten URF 4.

Bei der Anleitung handelt es sich um eine Montagehilfe. Für Schäden durch fehlerhafte Ausführung beim Bohren oder dem Anschluss der Elektrik wird keine Haftung übernommen.

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