Archiv Volvo V70
Monatsberichte 2006

Monatsbericht Oktober 2006


Lautsprechertausch. Zugluft im Kniebereich auf der Fahrerseite. Verbrauchsrechnung. Transport einer Drehbank.

Zugluft aus Arretierhebel Lenkradverstellung. Lautsprechertausch auf Garantie

Wegen der noch offenen Punkte vom letzten Werkstattaufenthalt werde ich im Oktober noch einmal beim Autohandel Elbkontor vorstellig. Zum vereinbarten Termin wird der Lautsprecher in der Tür hinten links getauscht, das Klirren ist nun links verschwunden und kommt jetzt aus der rechten hinteren Tür. Die rechte Türverkleidung ist aber nicht angerührt worden … Leider ist es bei Garantiereparaturen nicht möglich, sich das defekte Teil aushändigen zu lassen.

Demnächst werde ich also den rechten Lautsprecher auch noch tauschen lassen. Solange, wie man die Lautstärke nicht auf Maximum einstellt, klirrt auch nichts. Der Effekt tritt auch nur bei ganz bestimmten Instrumenten auf und ist nicht leicht nachzuweisen. Dennoch erwarte ich von einer Audioanlage dieser Preiskategorie eine einwandfreie Wiedergabe.

An dieser Stelle muß trotzdem gesagt werden, dass ich in Fahrzeugen bisher keine bessere Audioanlage erlebt habe. Sie ist wirklich sehr ausgereift!

HU 850 in der Limousine.
Lautsprecheranordnung für Dolby Surround Pro-Logic II im Volvo (Quelle Volvo).

Panel HU 850.
Bedienpanel des HU 850 mit Dolby-II und 6-fach CD-Wechsler.

Zugluft im Kniebereich auf der Fahrerseite

Im Gegensatz zu den oben beschriebenen Kleinigkeiten stört mich die feine kalte Luft, die irgendwo aus dem Bereich der Lenksäule in den Fußraum strömt schon eher. Im Trabant lag über meinem linken Knie immer eine Decke, da die Ersatztür nicht exakt paßte und deshalb durch Fahrt- oder Seitenwind kalte Luft von außen hineinströmte. Inzwischen liegt die Decke wieder da, wo sie eigentlich nicht mehr hingehört: auf meinem linken Knie!

Aus dem Bereich des Arretierhebels der Lenksäulenverstellung kommt ein feiner kühler Luftzug. Er ist eindeutig abhängig von der Außentemperatur und erwärmt sich auch während längerer Fahrten nicht. Bei Schaltung auf Umluft tritt er nicht auf.

Da die sensiblen Mechaniker beim letzten Besuch nichts feststellen konnten, nutzte ich einen der kälteren Tage um dem Kundendienstleiter das ganze zu demonstrieren.

Am Abend hole ich unser Fahrzeug ab. Man hat der Volvo-Instruktion für "diesen" Fall Folge geleistet und in den Bereich um den Arretierhebel unterhalb der Lenksäule Schaumstoff gestopft. Feine Idee, nur beseitigt sie den Luftzug nicht. Er wird nur geringer. Also erneute Nachbesserung erforderlich. Meine Vermutung, dass das gesamte Armaturenbrett ausgebaut werden muß, wird wohl dem tatsächlichen Aufwand sehr nahe kommen, wenn alle Verbindungen der Klimaanlage überprüft werden sollen. Dass die Werkstatt diesen Aufwand scheut, verstehe ich. Es ist mir aber auch egal — ich werde nicht locker lassen, bis die Decke nicht mehr notwendig ist.

Im Forum Motor-Talk gibt es dazu einen Neues Fenster. sehr ausführlichen Thread.

Zugluft aus Arretierhebel Lenksäulenverstellung.
Nachweis der Zugluft im Bereich des Hebels zur Arretierung der Lenkradverstellung.

Im Bild nebeneinander (von links nach rechts) drei Abbildungen zum direkten Vergleich: Lage des Arretierhebels der Lenkradverstellung, Lüftung AUS, Lüftung EIN. Die Aufnahmen sind erst nach dem Reparaturversuch gemacht worden.

Verbrauchsrechnung

Falls nicht immer an derselben Zapfsäule getankt wird, ist es oft nicht leicht, den Verbrauch realistisch zu errechnen. An verschiedenen Zapfsäulen wird mit unterschiedlichen Drücken betankt. "Meine" Säule auf der Hansastraße in Dresden scheint mit leichtem Überdruck zu befüllen. Viel stärker beeinflußt aber die befüllte Menge (beim Volltanken) das Rechenergebnis. Inzwischen habe ich festgestellt, dass insbesondere kleine Füllmengen extreme Abweichungen verursachen.

Für mich gibt es nur folgende Erklärung für dieses Phänomen. Der Normdruck von 200 bar kann bei einer Temperatur von 15° C eingefüllt werden. Dabei wird eine mögliche Erwärmung des Gastanks auf bis zu 35° C berücksichtigt, die zu einer Druckerhöhung führt. Dieser Druck darf nur innerhalb der vorgeschriebenen Sicherheitsgrenzen liegen (ein Prüfdruck von 600 bar muß ohne Schaden ausgehalten werden). Es tritt eine Dekompression des Gases während des Befüllens auf und somit eine Abkühlung. Ist der Tank leer, so ist diese Abkühlung stärker (und die gemessene Gastemperatur niedriger) — es könnte demzufolge zu einer stärkeren Temperaturerhöhung im Betrieb kommen.

Bei fast vollem Tank mischt sich das dekomprimierte (kalte) eingefüllte Gas mit dem bereits vorhandenen (warmen) und die Temperaturdifferenz fällt geringer aus. Deshalb betankt die "Automatik" mit höherem Druck.

Beispiel:

Nach 28 km Stadtfahrt ab letzter voller Betankung (bei 11° C) konnte ich 3,44 kg Erdgas an der gleichen Zapfsäule (bei 10° C) nachfüllen. Das entspricht 12,4 kg/100 km und ist selbst für ausschließliche Stadtfahrt unrealistisch!

Mit der "Nach"füllung erreichte ich auf einer meiner Standardstrecken anschließend eine Reichweite von 271 km bis der Gastank vollständig leer war. Anschließende Betankung (bei 6° C) mit 14,66 kg an genau der gleichen Säule. Das entspricht 5,2 kg/100 km.

Für die genannte Strecke sind Verbrauchswerte um 6,2 bis 6,5 kg/100 km normal, egal mit welcher Zuladung. Höhere Werte ergeben sich nur bei extremen Geschwindigkeiten oder Fahrbedingungen.

In meinen "Operativen Daten" sind solche Ausreißer nie berücksichtigt und alle anderen relevanten Werte meist kommentiert (Manchmal mache ich mir diesen Effekt gezielt zunutze, um bei Durchfahren von weißen Erdgasflecken auf der Landkarte die Reichweite signifikant zu erhöhen).

Im Idealfall müßte für eine saubere Rechnung das Gas vor jedem Neubetanken aufgebraucht sein und man müßte an derselben Säule bei gleicher Temperatur wieder vollfüllen. Annähern kann man sich an diesen Zustand aber schon recht gut, wenn man möglichst fährt, bis die Reserveanzeige sich meldet, bevor man wieder mit Erdgas betankt.

Falls jemand zu anderen Erkenntnissen gelangt ist, bitte ich um Korrektur!

Transport einer Drehbank

Gesamtgewicht des Fahrzeugs 2.140 kg

Wieder einmal wird der "Elch" bis an seine Grenze ausgelastet. Es ist mir nach jahrelanger erfolgloser Suche tatsächlich doch noch gelungen, eine alte Drehbank der Firma "Boley" aufzustöbern. Ein typengleiches Exemplar — vermutlich Anfang der 20er Jahre gebaut — befindet sich bereits in meinem Besitz, funktionsfähig, aber nicht ganz vollständig. Die zweite Drehbank verfügt nun über die schwer vermißten Wechselräder, einen originalen Reitstock, ein Außenbackenfutter und Spannzangen. Da die fehlenden Komponenten nicht getrennt von der Drehbank zu haben waren, mußte ich alles komplett nehmen.

Die Fahrt von Dresden nach Karlsruhe sollte ursprünglich mit Hänger stattfinden. Da jener aber für dieses Wochenende nicht zur Verfügung stand, beschloß ich nach mehrfach wiederholter Vermessung meines "Vorlageexemplares", das zweite Maschinchen vor Ort zu zerlegen und im Kofferraum zu versenken. Ungewiß, wieviel sie insgesamt wiegt. Gewiß, dass allein das Bett nur von zwei Personen — und mit großer Mühe — bewältigt werden kann.

Hier zeigt sich die wirklich überlegene Konstruktion des V70-Kofferraumes. Das Bett mit seiner Länge von 1,18 m paßt locker zwischen die Radkästen (sie haben einen Abstand von 1,21 m) und die Weite der Ladeöffung (1.210 mm) erlaubt ein Beladen ohne Verkanten und Einfädeln. Bett, Wanne, Füße, Motor, Vorgelege, Support, Futter, Zubehör und weitere Teile verschwinden im gut gepolsterten und an einigen Stellen vorsichtshalber mit Holzbrettern geschützten Laderaum. Obendrauf eine Decke und zum Schutz der Kofferraumklappe noch einige Pappen. Die antike Maschine hat viel antiken Dreck an sich versammelt …

Die Rückenlehne wurde in die etwas aufrechtere Position gestellt und ab geht die Post.

Nun machte sich die hecklastige Beladung bemerkbar. Die Niveauregulierung gleicht die Last ohne zu Murren aus, aber der V70 wird zum Schiff. Zu einem richtig dicken. Ich fahre vorsichtig und vorausschauend.

Da mir die Heimfahrt an diesem Abend zu lang ist, mache ich einen kurzen Abstecher zu Freunden nach Tübingen, bei denen ich auch übernachte. Am folgenden Morgen finde ich unser Fahrzeug immer noch mit dem gewohnten Heckniveau, als wären nur Kleinigkeiten im Kofferraum.

Von dort aus geht es nun wieder zurück nach Sachsen. Die ersten 200 km Autobahn schwimme ich mit den Lastkraftwagen mit, ab und zu überhole ich auch einen. Mir ist die Fuhre nicht geheuer. Mit zunehmender Strecke werde ich mutiger, ab Hof rolle ich mit 140 km/h bis Dresden durch, einzig unterbrochen von der Dauerbaustelle bei Leipzig. Der "Last-Elch" liegt wie ein Brett auf der Fahrbahn. Kurven durchfährt er auch mit der hohen Geschwindigkeit ohne Anzeichen, instabil zu wirken. An Steigungen müßte ich eigentlich nicht mal herunterschalten, tue es aber trotzdem, um den Motor nicht allzusehr im "unteren" Drehzahlbereich zu quälen. Die Geschwindigkeit bleibt im Gasbetrieb konstant.

Der Verbrauch ist trotz der großen Last erstaunlich gering, sicher liegt das auch daran, dass bei Gefälle die Schubabschaltung einen Beitrag leistet.

Wieder in Dresden angelangt, verspüre ich nur wenig Lust, die ölverschmierte Drehbank abends aus dem Auto zu entladen und hebe mir das für den nächsten Tag auf. Das bringt mich auf die Idee, mal mit dem dicken Brocken auf eine Fahrzeugwaage zu fahren. Bei meiner Arbeitsstelle ist gleich um die Ecke eine Verwertungsfirma, die haben so etwas. Ergebnis (mitsamt allem gestrigen Gepäck): 2.140 kg. Entspricht 10 kg weniger als die Höchstzuladungsgrenze. Dabei habe ich noch nicht einmal gefrühstückt!

Eine Aufgabe bleibt noch: Die "neue" Drehbank bis auf die letzte Schraube zu zerlegen, zu reinigen, zu restaurieren. Wenn ich nun noch wüßte, welches Baujahr beide sind und etwas über die Firmengeschichte von "Boley" erfahren könnte …

Für Hinweise jeglicher Art bin ich sehr dankbar!

Drehbank Boley.
Drehbank des Herstellers "Boley" vor ihrer Zerlegung.

Operative Daten

Zeitraum: Oktober 2006
Wegstrecke: 4.300 km
Verbrauch Benzin: 20 l aus Kanister nachgefüllt
Verbrauch Gas: 259 kg; 5,3 bis 8,4 kg/100 km
Kosten Benzin: keine Angabe
Kosten Gas: 230 Euro
Durchschnittspreis Benzin: keine Angabe
Durchschnittspreis Gas: 0,79 bis 0,95 Euro/kg, 21,89 CZK/kg

Anmerkung:

0,79 Euro/kg — Nürnberg
0,80 Euro/kg — Karlsruhe
0,82 Euro/kg — Sindelfingen
0,85 Euro/kg — Sindelfingen
0,86 Euro/kg — Bayreuth
0,95 Euro/kg — Dresden (alles H-Qualität)

5,3 kg/100 km: Autobahn, bergig, drei Personen und Gepäck, konstant 140 km/h

6,3/6,5/6,8 kg/100 km: Autobahn, bergig, Gesamtgewicht 2.140 kg, konstant 140 km/h

8,4 kg/100 km: Autobahn Nürnberg — Münchberg, Gesamtgewicht 2.140 kg, konstant 140 km/h