Archiv VW Tiguan
Monatsberichte 2017

Monatsbericht November 2017


Der Tiger hat wieder seine Winterschuhe bekommen und dabei zeigte sich, dass eine Spurkorrektur an der Vorderachse angesagt war.

Einseitig abgefahrener Sommerreifen. Räderwechsel

Kilometer: 140.800.

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben! Verständlich, aber wann ist bei einem Auto-Langzeittest der Abend gekommen, der eine endgültige Bewertung zulässt? Nach 100.000 Kilometern, wie bei den gängigen Langzeittests der Auto-Zeitschriften? Der Berichtszeitraum bei Langzeittest.de soll länger dauern. Ich hatte gedacht, dass ich nach 140.000 Kilometern meinen Tiger mal loben dürfte und erwartete, dass er mir auch weiterhin Grund dazu gäbe. Na ja.

Der Räderwechsel auf die Winterräder stand an. Den lasse ich traditionell bei der örtlichen Aral-Tankstelle machen, weil sich die Leute dort wirklich Mühe geben und fachkundig arbeiten. Den Termin bekam ich auch sofort. Als ich die abmontierten Vorderräder sah, wurde mir klar, dass ich etwas tiefer würde in meine Tasche greifen müssen.

Einseitig abgefahrener Reifen.
Die Pfeile zeigen auf die beiden Seiten des Reifens, die unterschiedlich abgefahren sind.

Spurkorrektur an der Vorderachse

Beide Vorderreifen waren so unterschiedlich abgefahren, dass ich eine stark verstellte Spur annehmen musste. Die Verstellung muss im Sommerhalbjahr passiert sein, denn die Winterreifen zeigen diese Erscheinung nicht.

In der Werkstatt konnte man mir die Spur erst eine Woche später vermessen, aber dann war die Bestätigung da. Verstellt waren Sturz, Nachlauf und Spur an der Vorderachse. Mir wurde eröffnet, dass dies nicht mehr einstellbar wäre und dass der Aggregatträger ausgetauscht werden müsste. Die zu erwartenden Kosten sollten bei etwa 1.200 Euro liegen.

Auf meine Nachfrage, wie es dazu kommen könne, dass der Aggregatträger verformt würde, meinte der Meister, dass dazu gar nicht viel gehöre. Ein Schlagloch, das gar nicht heftig zu sein brauche, könne dies verursachen. Ebenso ein Bordstein, den ich hochgefahren wäre, hätte dies schon verursachen können.

Ich hatte das natürlich auch schon gelesen und die Warnungen vernommen, aber einleuchten will mir das trotzdem nicht. Der Tiguan ist auch dafür gemacht, mit ihm ins Gelände zu fahren. Muss man damit rechnen, anschließend teure Reparaturen durchführen lassen zu müssen? Ganz offensichtlich kann man den Tiguan nicht anders bewegen als einen normalen Golf. Größere Beanspruchungen kann er also gar nicht vertragen als jedes andere normale Auto. Er steht zwar auf etwas höheren Beinen, aber stabiler sind die deswegen nicht.

Entsprechend der Ankündigung fiel auch die Rechnung aus:

Rechnungsdaten
Artikel Menge Betrag
Fahrzeug vorn und hinten gemessen - 90,90 Euro
Spur der Hinterräder eingestellt - 20,20 Euro
Sturz der Vorderräder eingestellt - 30,30 Euro
Spur der Vorderräder eingestellt - 20,20 Euro
Aggregatträger aus- und einbauen - 252,50 Euro
Aggregatträger ersetzen - 10,10 Euro
Erschwerter Aus- und Einbau - 151,50 Euro
Träger 1 404,80 Euro
Schrauben 25 51,13 Euro
Befestigungssatz 1 35,20 Euro
Zwischensumme 1.066,83 Euro
Mehrwertsteuer 202,70 Euro
Gesamtsumme 1.269,53 Euro

Nach der Vermessung des gesamten Wagens wurde zuerst die Spur an der Hinterachse und daran ausgerichtet die an der Vorderachse eingestellt.

Einiges fällt mir an der Rechnung auf.

Bei allen Tätigkeiten sind die Preise um genau 1% höher als der nächst niedrigere glatte Betrag. Hier scheint die Werkstatt grundsätzlich 1% auf die Vorgabewerte von VW aufzuschlagen.

Dann wundert mich die Angabe, dass der Aggregatträger zwar aus- und eingebaut wird, was verständlich ist, dass aber das Ersetzen des alten Trägers extra berechnet wird. Der Gang ins Lager wird also extra berechnet.

Ich hatte es bei der Abholung meines Fahrzeugs sehr eilig. Darum hatte ich die Rechnung nur eingesteckt und war gegangen. Da ich auch nicht beurteilen kann, warum zum Beispiel der Einbau erschwert war, habe ich auch keine Lust das noch weiter zu diskutieren. Man würde mir schon etwas dazu erzählen, was ich ohnehin nicht nachprüfen kann.

Früher konnte man noch in die Werkstatt gehen und neben dem Auto stehen und zusehen. Heute geschieht alles hinter verschlossenen Türen. Es ist wie im Operationssaal. Man kommt nicht mehr rein und transparent ist Nichts mehr. Wenn ich an die Skandale denke, die in der Autoindustrie existieren, dann habe ich einfach ein ungutes Gefühl bei diesem Verfahren, obwohl ich natürlich Verständnis dafür habe, dass Kunden in der Werkstatt sowohl gefährdet sind als auch stören.

Nach diesem teuren Erlebnis werde ich erst mal wieder etwas vorsichtiger mit dem Lob meines Autos sein, aber natürlich auch noch umsichtiger zu fahren versuchen.

Übrigens haben die Sommerreifen jetzt insgesamt erst 38.000 Kilometer gelaufen. Ich werde sie im Frühjahr schon wieder ersetzen müssen. Die ersten Sommerreifen hatten 53.000 Kilometer überstanden.

Im Prinzip könnte ich nur die Reifen auf einer Achse ersetzen, aber da man die besseren Reifen auf der Hinterachse fahren soll, könnte sich beim Tiger ein Problem ergeben. Die Vorderräder würden mit dem geringeren Profil einen kleineren Rollradius aufweisen und damit etwas schneller drehen als die Hinterräder. Das könnte dazu führen, dass die Steuerung einen Schlupf der Vorderräder und somit Straßenglätte annimmt. Also würde die Haldexkupplung den Hinterradantrieb zuschalten, um den Schlupf der Vorderräder zu unterbinden. Das wäre aber ohne Ergebnis und es gibt Hinweise, dass in solchen Fällen eigenartige Fahrzustände die Folge sein können. Ich werde also alle vier Reifen ersetzen.

Verbrauchsangaben

Kilometer: 142.000.

Der kumulierte Verbrauch seit dem Update der Motorsteuerung ist unverändert. Es hat zwar den Anschein, als wäre der Verbrauch mit den Winterreifen diesmal etwas angestiegen, aber das kann auch durch ein anderes Fahrprofil bedingt sein. Im November habe ich mehr Kurzstrecken zurückgelegt als sonst üblich. Da ich nur zweimal tankte, macht sich das beim kumulierten Verbrauch nicht bemerkbar. Ich werde es weiter beobachten und wenn ich deutliche Hinweise habe, dass dies so ist, dann werde ich das in den nächsten Berichten herausstellen.

Ich spare mir diesmal das Diagramm, weil es einfach nichts sagt, außer dass alles unverändert ist.