Archiv Nissan Almera Tino
Berichte 2003

Monatsbericht Juni 2003


Jahresinspektion, Komfagil — der neue Micra, Begegnung mit der Zweiten Art, Diesel Hollandaise.

Defekter Tacho — Wackelkontakt an der Kilometeranzeige. Jahresinspektion

Anfang Juni bringe ich den Tino zur Inspektion in die Werkstatt (diesmal W3 — die "Grosse Inspektion" nach Nissan Serviceplan). Eigentlich wäre diese Inspektion schon im Mai fällig gewesen, ein Termin Ende Mai war auch bereits vereinbart. Gleichzeitig mit der Inspektion sollte auch der Tacho gewechselt werden — wegen dem Wackelkontakt an der Kilometeranzeige, der schon seit über einem Jahr besteht. Da ich erwarte, dass sich der Tacho in der Werkstatt — wie beim letzten Mal — wieder in Bestform zeigt, lege ich auch ein "Beweisfoto" vom Tacho mit dem ausgefallenen Anzeigensegment vor.

Defekter Tacho — Wackelkontakt an der Kilometeranzeige.
Wackelkontakt an der Kilometeranzeige.

Wenige Tage vor dem angesetzten Termin erhalte ich einen Anruf von der Werkstatt, dass der Tacho noch immer nicht geliefert wurde. Da ich den Termin fast vier Wochen vorher festgemacht hatte, mache ich mir schon meine Gedanken über die Zuverlässigkeit der Nissan Ersatzteilversorgung. Als ich nun den Wagen in die Werkstatt bringe und mich mit dem Werkstattmeister unterhalte, lässt der durchblicken dass die Lieferprobleme wohl eher am Büro des Autohauses gelegen haben — das Ding wurde einfach zu spät bestellt.

Es gibt noch eine positive Überraschung: Der Werkstattmeister sagt mir, dass der Kraftstofffilter zwar auf dem W3-Wartungsplan steht, aber eigentlich erst nach 60.000 km "fällig" ist. Also vereinbare ich mit ihm, den Filter drin zu lassen und erst im nächsten Jahr zu wechseln.

Der alte Tacho wird mit 39.569 Km ausgebaut — als ich den Wagen abhole, zeigt der neue 4 km an.

Auch die Sache mit dem Öl hat diesmal geklappt: ich bringe wie beim letzten mal einen 5l-Kanister Castrol GTX7 mit (hochwertiges Synthetik Leichtlauf-Öl SAE 5W-40, für 32 Euro aus dem Supermarkt). Das Altöl sollte mir zur Selbstentsorgung wieder in den leeren Kanister gefüllt werden, aber das hat man dann wohl vergessen. Im letzten Jahr mußte ich noch 8,70 Euro für die Altölentsorgung bezahlen, diesmal stand nichts dergleichen auf der Rechnung. Beim ersten Ölwechsel im Juni 2001 nach 1.500 km habe ich umgerechnet 89,50 Euro für den ganzen Ölwechsel bezahlt! Durch das selbst besorgte Öl habe ich also gut 50 Euro gespart.

Beim Abholen des Wagens bemängle ich auf der Rechnung, dass mir der Ersatzwagen berechnet worden ist. Immerhin ist der Austausch des Tachos ein Garantiefall und bei Garantiefällen erwarte ich, dass mir ein Ersatzwagen kostenlos gestellt wird — so wurde das ja auch bisher — inklusive der Rückrufaktion im letzten Herbst wegen der Handbremse — vom Autohaus gehandhabt. Zudem wurde mir wegen dem Tacho-"Lieferproblem" auch noch eine Terminverschiebung zugemutet. Der junge Mann hinter der Theke (wahrscheinlich ein Azubi des Autohauses) diskutiert zwar einige Minuten mit mir herum, fragt dann aber bei seinem Chef nach und ich erhalte wieder eine Gutschrift für diese 23 Euro. Letztendlich kostet mich die Jahresinspektion diesmal 206,70 Euro (plus die 32 Euro für das Öl aus dem Supermarkt).

Komfagil — der neue Micra

Zum Ersatzwagen gibt es noch etwas zu sagen: Eigentlich hatte ich um einen Primera oder einen neuen Tino gebeten. Keiner dieser Typen war jedoch als Vorführwagen verfügbar. Ich habe nur die Wahl zwischen einem (normalen) Almera und einem neuen Micra. Ich wähle den Micra, da ich den Almera schon im letzten Jahr mal probiert hatte.

Beim Anlassen wundere ich mich zunächst über das etwas ungewöhnliche Motorengeräusch — erst nach einigen Kilometern dämmert mir, dass dieser Micra keinen Benziner, sondern einen der neuen Nissan Common Rail-Diesel (dCI) unter der Haube hat.

Dieser Motor ist eine Schau! Genau diese Motorcharakteristik hätte ich auch gerne in meinem Tino! Der Micra Diesel nimmt bereits ab 1.100 U/Min willig Gas an und lässt sich geradezu extrem niedertourig fahren. Die Schaltung ist mit ihrem kurzen Knüppel sehr präsise, aber ein bisschen schwergängig (der Wagen hatte aber gerade mal 2.000 Km drauf, das gibt sich wahrscheinlich noch).

Ich habe noch keine Ahnung, aus wie viel Hubraum diese Maschine wie viel Nm/kW erzeugt — mit dem Micra hat sie jedenfalls leichtes Spiel. Nach meinem Geschmack sind alle fünf Gänge für diese Maschine zu kurz ausgelegt. Der Wagen liegt gut in der Hand und gut auf der Straße. Lediglich die Lastwechselreaktionen (Gas wegnehmen, Gas geben) fallen unangenehm auf — es "ruckt" dann etwas zu heftig.

Begegnung mit der Zweiten Art

Zu Pfingsten besuchen wir wieder die Familie meiner Frau am Niederrhein. Auf der Fahrt dorthin begegnen uns sage und schreibe sechs "Artgenossen" unseres Tinos. So viele sieht man hier in München oft in einem ganzen Monat nicht.

Im Bereich einer Autobahnbaustelle treffen wir dabei auch auf einen der nagelneuen Tinos nach dem Facelift im Frühjahr — von hinten auch am anderen "Tino"-Schriftzug zu erkennen. Der Fahrer dort sitzt alleine im Wagen, in unserem sitzt die ganze Familie und das unvermeidliche Gepäck.

Am Baustellenende gibt der neue Tino bei Tempo 100 offensichtlich Vollgas — ich auch! Was dann passiert ist, lässt sich aber nicht allein mit den höchstens 180 kg Gewichtsunterschied erklären: der Neue zieht mir so überlegen davon, dass ich keine Chance habe da mitzuhalten. Vermutlich hatte auch dieser Wagen den neuen Common-Rail Diesel mit 100 kW unter der Haube. Der Unterschied zum Vorgänger ist schon beeindruckend!

Diesel Hollandaise

Im Juni bin ich sehr viel auf der Autobahn unterwegs, insgesamt lege ich fast 4.800 km zurück (alles nach Jahresinspektion/Ölwechsel). Auf diesen Langstrecken stellt der Tino zweimal neue Verbrauchsrekorde auf: 5,54 l/100 km — das wäre schon der bisherige Bestwert für die Autobahn gewesen — und dann nochmal sagenhafte 5,06 l/100 km — Ganz traue ich diese Werten jedoch nicht.

Sie wurden beide nach dem Tanken an der selben ESSO Tankstelle in Holland (unmittelbar hinter der Grenze) festgestellt. An dieser Tankstelle fällt auf, dass der Sprit nur sehr langsam in den Tank gepumpt wird — und dabei sehr viel Schaum bildet. Ich vermute mal, dass in beiden Fällen — ohne Schaum — noch gut 2 bis 3 Liter mehr in den Tank gepasst hätten.

Insgesamt ermittle ich bei den fünf Tankstopps im Juni einen Durchschnittsverbrauch von 6,1 l/100 km. Betriebsbedingungen waren: deutlich überwiegend Autobahnverkehr und praktisch ununterbrochen laufende Klimaanlage. Solche Verbrauchswerte kenne ich im Autobahnbetrieb bisher eigentlich noch nicht — unter diesen Betriebsbedingungen lag das Verbrauchsniveau bisher gut 0,75 l höher.

Da sich diese Werte aber auffällig unmittelbar nach dem Ölwechsel verbessert haben, vermute ich im frischen Leichtlauföl die Ursache für dieses erfreuliche Ergebnis.