Das neue Mini Cabrio sorgt für weiteren Auftrieb bei BMW.

Archiv Mini Cooper Cabrio
Testberichte

auto motor und sport Nr. 11/2004


Sie sind hier: Archiv >> Mini Cooper Cabrio >> Testberichte >> auto motor und sport Nr. 11/2004
Zum nächsten Artikel. auto motor und sport Nr. 14/2004

Das neue Mini Cabrio sorgt für weiteren Auftrieb bei BMW.

Schiebedachfunktion beim Cabrio. BMW lässt die Winde wehen!

Zusammenfassung von Michael Hönigmann eines Berichtes aus auto motor und sport Nr. 11/2004.

Als erstes zieht BMW das Cabrio aus dem Vorrat möglicher Derivate, eine ebenso nahe liegende wie erfolgsversprechende Entscheidung. Man rechnet mit einem Anteil an der Gesamtproduktion von 20 bis 25 Prozent. Zwar kann das Mini Cabrio nicht mit einem Hardtop à la Opel Tigra oder Peugeot 206 CC aufwarten, aber dafür lockt es mit vier Sitzplätzen und modulierbarer Luftzufuhr:

Das Cabrio sieht geschlossen besser aus als offen.
Das Cabrio sieht geschlossen besser aus als offen.

Cabrio mit Schiebedachfunktion

Die trickreiche Konstruktion des Stoffverdecks bietet eine Schiebedachfunktion (bis 120 km/h) — über den Köpfen der Frontpassagiere öffnet sich ein bis zu 40 Zentimeter breiter Luftspalt. Den Wunsch nach höheren Windstärken erfüllt das Mini Cabrio vollautomatisch per Knopfdruck (oder Fernbedienung), wobei sich das Verdeck in 15 Sekunden in einen etwas unordentlich aussehenden Haufen über dem Kofferraum zusammenfaltet. Eine separate Persenning ist nicht vorgesehen.

Schiebedachfunktion.
Schiebedachfunktion.

Mehr Kofferraum als in der Limousine

Vorteil dieser raumökonomischen Konzeption: Im kurzen Mini-Heck bleibt ein akzeptabler Restkofferraum. Offen sind es 120 Liter Ladevolumen, geschlossen 165 Liter (Limousine: 160 Liter), was aber nicht alles sein muss. Wer die beiden Rücksitzlehnen vorklappt, kann bis zu 605 Liter reinpacken. Praktisch und eine nette Reminiszenz an den Ur-Mini: Beim Cabrio klappt die Heckklappe beladungsfreundlich nach unten und darf nebenbei auch als Ladebord mit bis zu 80 Kilogramm belastet werden. Außerdem kann der untere Verdeckrand bei geschlossenem Dach hochgeklappt werden, was die Unterbringung sperriger Sachen erleichtert.

Verdeckrand zum Hochklappen.
Verdeckrand zum Hochklappen.

Praktisch: Durch Flachlegen der Sitzlehnen wird der Mini zum Mini-Pickup.
Praktisch: Durch Flachlegen der Sitzlehnen wird der Mini zum Mini-Pickup.

Kleines Facelift beim Cabrio

Mit dem Mini Cabrio kommen auch die Limousinen in den Genuss eines kleinen Facelifts: Frontschürze, Scheinwerfer und das neue optionale "Chronopack", wo im Zentralinstrument die Anzeigen für Tank, Öl- und Wassertemperatur sowie Öldruck zusammengefasst sind. Drehzahlmesser und Tacho gruppieren sich dann auf der Lenksäule.

Chronopack: Instrumentensammlung als neue Option.
Chronopack: Instrumentensammlung als neue Option.

Auch die Scheinwerfer zeigen sich in veränderten Design.
Auch die Scheinwerfer zeigen sich in verändertem Design.

Die Sicht nach hinten ist schlecht

Wie es geschlossene Cabrios an sich haben, ist die Sicht nach hinten stark eingeschränkt — ein Nachteil, den BMW durch die serienmäßige Zugabe der akustischen Einparkhilfe lindert. Die im Prospekt versprochene Viersitzigkeit steht in der Realität nicht zur Verfügung, da die Beinfreiheit hinten mit Zigarettenpapier gemessen werden kann.

Geöffnetes Verdeck als Wulst, monströser Überrollschutz.
Geöffnetes Verdeck als Wulst, monströser Überrollschutz.

Nur für Notfälle: beengter Rücksitzraum.
Nur für Notfälle: beengter Rücksitzraum.

Offen Fahren im Mini

Durch die altmodisch steil stehende Frontscheibe erfreut reichlich Fahrtwind den Mini Fahrer, allerdings behindert die fette Umrahmung der Frontscheibe die Aussicht. Nicht gerade erbauend auch der äußere Anblick: Ohne Zweifel gehört der Mini zu jener Gattung von Cabrios, die geschlossen besser aussehen als offen. Zwei mächtige, hinter den Fondkopfstützen emporwuchernde Überrollbügel mögen der Unversehrtheit der Insassen dienen, was den optischen Eindruck betrifft, bewirken sie hingegen das Gegenteil.

Oben offen, unten Mini. Ein Genuss.
Oben offen, unten Mini. Ein Genuss.

Die Karrosserie lässt es auf schlechten Straßen mit einem leichten Zittern bewenden, und mit den dezenten Windgeräuschen des geschlossenen Verdecks kann man leben. Das Cabrio ist mit seinen notwendigen Versteifungen im Karrosseriegebälk 100 Kilogramm schwerer als sie Limousine. Das bleibt nicht ohne Einfluss auf die Fahrleistungen. Das Cabrio setzt sich erkennbar träger in Bewegung. Aber auf kurvenreichen Pisten, wo der Mini zu Hause ist, kommt selbst bei verhaltener Gangart Fahrfreude auf. minitypisch auch der Federungskomfort: alles in allem bescheiden.

Enge Kurven sind sein Revier.
Enge Kurven sind sein Revier.

Ein teures Vergnügen

Der Aufpreis für das Cabrio zur vergleichbaren Limousine beträgt 3.700 (Mini One) und 3.500 (Mini Cooper). Im Klartext heißt das 18.300 und 20.000 Euro, zuzüglich 470 Euro für DSC (BMW-Kürzel für ESP) — sicher nicht übertrieben maxi, aber auch wahrlich nicht mini.

Technische Daten.
Technische Daten.

Seite drucken.  Seite drucken  Zum nächsten Artikel. auto motor und sport Nr. 14/2004