Die Radioanlage des 307: Serie, Probleme, Ausbau- und Erweiterbarkeit.

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Die Radioanlage des 307: Serie, Probleme, Ausbau- und Erweiterbarkeit.


Abbildung des Adapters für das RD3. Die Radioanlage ab Werk

Auf dieser Seite gebe ich meine Meinung über die ab Werk verbauten Radioanlagen kund, außerdem zeige ich Besonderheiten und beliebte Stolperfallen der Technik auf.

Weiter unten befinden sich Hinweise zur Erweiterbarkeit der Anlagen.

Zum Thema "Ersatzlautsprecher" gibt es eine eigene Seite mit einem Grundlagenüberblick. Umfangreiche Informationen zu beiden Themen kann und sollte man sich unter anderem im Peugeot-Diskussionsforum "Audio- und Videogeräte" des Langzeittests holen. Dort finden sich auch immer Informationen auf dem aktuellsten Stand.

Meine Erläuterungen beziehen sich zudem zumeist auf meinen Kenntnisstand für die Anlage der VAN-Geräte-Generation (hergestellt bis etwa April 2005). Abweichungen davon sind besonders gekennzeichnet. Und nun los!

Die Lautsprecheranlage

Wer ab Werk eine Radioanlage ordert, bekommt sechs Lautsprecher eingebaut: vier Front- (zwei Hochtöner im Armaturenbrett, zwei Tieftöner (17 cm) in den Türen) sowie zwei Hecklautsprechern (13 cm) in den hinteren Türen. Ohne Radio gibt es serienmäßig eine Radiovorbereitung, die aus zwei Lautsprechern in den vorderen Türen, einer Antenne und der nötigen Kabelage besteht. Hierbei ist nachhaltig unklar, unter welchen Umständen genau die Kabel auch bis in die hinteren Türen liegen oder erst noch ab dem Kabelbaum in der Türsäule verlängert werden müssen.

Auf der Vorderseite sind relativ billige Tieftöner in den Türen verbaut, denen durchaus akzeptable Hochtöner in den Ecken des Armaturenbrettes unter den Scheiben zugesellt sind — leider sind sie in Billigmanier lediglich per Kondensator angekoppelt. Die Zweiwegekombi macht jedenfalls akzeptable Musik (mehr aber auch nicht), während das klangliche Urteil über die sogenannte "Radiovorbereitung" allenthalben vernichtend ausfällt.

Die hinteren Lautsprecher (wenn vorhanden) haben eine aufgesetzte Hochtontüte, die sehr gebündelt in den Fußraum abstrahlt, wo es keinen interessiert. Das Chassis aus Plastik(!) trägt einen extrem leichten Magneten und sitzt in einem ungedämpften, glattwandigen Plastik-Resonanzraum hinter der Türverkleidung. Dabei hängt das Chassis nicht etwa auf dem Metall der Türkonstruktion, sondern ist auf der Türverkleidung fast ohne Abdichtung festgeschraubt — akustischer Bypass inklusive. Da kommt so ziemlich alles zusammen, was man für einen grottenschlechten Klang braucht.

Radio-CD-Anlage RD3

Im Langzeittest-Peugeot des Autors ist die Radioanlage RD3 (Clarion-Variante) ab Werk eingebaut. Sie besteht aus einer Steuereinheit mit Radio und CD-Slot-In ohne Display, einem Lenkradsatelliten zur Bedienung der wesentlichen Funktionen und den erwähnten Lautsprechern. Für die Anzeige der Radiofunktionen wird das Borddisplay benutzt. Der einzige Kontakt zwischen Radio, Lenkradsatellit und Anzeige besteht über den Peugeot-Geräte-Datenbus — für Bastler also ohne teure Technik keine Chance. Auch in Sachen Diebstahlschutz sind dem Kunden die Hände gebunden: die Seriennummer wird dauerhaft im Radio eingetragen und kann nur mit Hilfe des Werkstattdiagnosegerätes geändert werden. Dazu unten mehr.

Radioteil

Das Radioteil empfängt — zumindest im Verbund mit der originalen Antenne — nur mäßig, maskiert aber Störgeräusche durch Empfangseinbrüche recht ordentlich. RDS wird unterstützt: Das automatische Wechseln zu anderen Senderstandorten kann aber auch deaktiviert werden. Auch das Halten auf regionale Sender einer Kette oder das Einschränken auf eine Programmart (Klassik, News, … ) ist möglich, aber sehr umständlich zu bedienen und alles andere als intuitiv. "Fehlanzeige" heißt es aber bei Radiotext oder der automatischen Übernahme der RDS-Zeit (ja, sowas gibt es) auf den Bordcomputer (das wäre nämlich nett, denn die Borduhr eilt zumindest bei mir unerträglich (über eine Minute in zwei Monaten). Fehlerhaft: Die RDS-Kennungen werden oft nicht richtig oder vollständig in den Senderspeicher übernommen: "94 3 rs 2" etwa wird im Senderspeicher mit "94kHz" angezeigt — wenn schon sollte es übrigens "94MHz" heißen. Außerdem gehen sie scheinbar sporadisch verloren, besonders nach Aufenthalt außerhalb des angestammten Sendegebietes.

Der größte Brüller aber ist der Senderspeicher: Clarion hat es nicht einmal für nötig gehalten, einen Flash-Speicher einzubauen, sodass das Gerät bei einem Stromausfall alle Daten und Einstellungen vergisst. Für die Programmierung der kundenfeindlichen Diebstahlsicherung aber ist Speicherplatz da. Da war ja selbst ein elf Jahre altes "alpha"-Radio von VW weiter.

CD-Teil

Im CD-Teil ist Programmierung ebenso wenig möglich wie CD-Text-Anzeige. Immerhin gibt es eine Zufallswiedergabe. Eine echte Pausenfunktion fehlt wie bei praktisch allen Radios, aber das Gerät merkt sich die Position beim Ausschalten, beim Wechsel auf Radio (auch bei Verkehrsfunkdurchsagen) und auch bei Mute (Stummschalten mit den Tasten des Lenkradsatelliten).

Eine MP3-Funktion hätte der Anlage gut angestanden, ist aber ab Werk nicht einmal gegen Aufpreis verfügbar.

Positiv ist, dass die Verkehrsfunklautstärke unabhängig vom übrigen Betrieb eingestellt werden kann, eine wünschenswerte Unterscheidung in CD- und Radiobetrieb fehlt aber. Die Funktion zum Canceln aktuell laufender, aber nicht mehr zutreffender Verkehrsnachrichten oder stundenlanger Eigenwerbung privater Radiosender bei offenem Durchsagekanal habe ich eigentlich mehr per Zufall gefunden: zum Weiterhören der CD braucht man nur auf die Taste am Ende des Lenkrad-Satelliten zu drücken — solange man keinen Wechsler installiert hat. Alternativ tut es das Betätigen der gewünschten Quellentaste am Radio. Eine ärgerliche Eigenheit zudem: das Radio kehrt nach einer Verkehrsdurchsage nicht mehr von selbst in den Mute-Modus zurück.

Bedienhilfe

Am Lenkradsatelliten kann man neben CD-Skip/Sendersuchlauf und Lautstärke/Mute die Radiostationstasten mit einem Scroll-Rad durchblättern — leider nur im aktuellen Bereich (6 Sender). Zum Wechsel auf eine andere Speicherbank (FM1, FM2, FM AST — automatatische Senderprogrammierung — und AM) muß man durch alle vorhandenen durchblättern — mit einer Taste am Radio selbst. Hier hätte ein Weiterblättern mit dem Scrollrad ruhig eine Bankumschaltung bewirken können. Häufigster Einsatzzweck des Satelliten bleiben die Lautstärketasten, die man für eine weitgehende Lautstärkeänderung entsprechend lange betätigen muss (wofür die Radiotasten dann gerade ein Stück zu weit weg sind), und natürlich die Mute-Funktion, die sich nur über den Satelliten aktivieren lässt. Aber ein schneller Dreh am imaginären Lautstärkeknopf des Radios wäre noch intuitiver und bequemer — ein passender Inkrementalgeber war aber wohl wieder zu teuer. Beim neueren RD4 hat Peugeot unser Flehen erhört.

CD-Kompatibilität

Die Clarion-Variante zeigt sich erfreulich CD-kompatibel: eine Reihe von Kopierschutzverfahren meistert das Gerät klaglos, Grönemeyers "Mensch" ist zum Beispiel kein Thema. Auch mit selbstgebrannten CDs gibt es in der Regel keine Probleme. Gespielt werden sogar CD-RWs mit erstaunlich niedriger Fehlerquote. In privaten Tests hat sich das Laufwerk damit vor meinem geliebten Technics- und dem Cyberhome-DVD-Player platziert (letzterer frisst sonst eigentlich wirklich alles).

Herstellungsvarianten

Das Radio fiel anfangs zumeist bei Clarion vom Band, es gab aber anfangs und später auch eine Version von VDO. Der sichtbare Unterschied besteht (außer wenn das Clarion-Gerät mit dem Logo geschmückt ist) wohl auch darin, dass bei den VDO-Geräten die CD-Auswurftaste rechts neben dem Slot ist statt links wie beim Clarion. Die VDO-Geräte sollen die TMC-Informationen ausgeben, die für Navigationssysteme nützlich sind. Man ist aber ohnehin mit einem separaten TMC-Empfänger besser bedient, denn nicht alle Sender strahlen die gewünschten Informationen aus. Die VDO-Variante ist kopierschutzanfälliger, über die CD-RW-Fähigkeit ist nichts bekannt.

Offiziell gibt es übrigens keinen Support vom Radiohersteller — alles läuft über den Peugeot-Händler. Auf eine telefonische Anfrage beim technischen Support von Clarion Deutschland wusste der nicht einmal mit der Typennummer des Gerätes etwas anzufangen: "Wahrscheinlich kommen diese Geräte gar nicht mehr zur Reparatur zu uns, sondern werden im Fehlerfall gleich ausgetauscht".

Radio-Cassette-Anlage RB3

Das RB3-Gerät besitzt statt des CD- ein Kassettenlaufwerk, aber ebenso eine CD-Wechslersteuerung wie das RD3, auch ein Lenkradsatellit ist dabei. Es ist daher in Verbindung mit dem CD-Wechsler eine ideale Alles-Spiel-Lösung, weil sie neben Kassette und CD auch über die preiswerten Adaptercassetten einen unproblematischen Anschluss von portablen Fremdgeräten ermöglicht — dazu unten mehr.

Radiotelefon und Navigations-/Telematiksystem RT3

Das Radiotelefon RT3 beinhaltet neben einem CD-Laufwerk für CDs und Navigationsdaten auch ein GSM-Telefon (Dualband 900/1800) mit Freisprecheinrichtung und ein Navigationsgerät (Details entnehme man der Preistabelle). Hierzu gehört auch mindestens ein hochauflösendes Monochrom-Display, empfehlenswerter ist aber das Farbdisplay, weil es unter anderem die Einspielung von AV-Signalen ermöglicht. DVD während der Fahrt ist durch die Konfiguration gesperrt (der Fahrer soll nicht abgelenkt werden), aber das lässt sich wohl auch deaktivieren. Sinn macht diese Funktion aber zum Beispiel mit dem Einspielen eines Kamerabildes vom Heck beim Einparken (eine Kamera wird von Peugeot aber nicht angeboten). Das Telefon kann wohl sogar SMS vorlesen. Die Navigation wird von den Benutzern gelobt, obgleich sie aktuelle Meldungen (TMC) nicht selbsttätig unterstützt; dieses Feature wird aber mehr und mehr zum Klassenstandard. Es gab eine Reihe Fehlfunktionen am Anfang, die aber mit der letzten Firmware der Vergangenheit angehören sollten. Mit zum Paket gehört der fünffach Wechsler. Weitere Erfahrungen sind spärlich, da der Autor das System nicht hat. Man möge sich im Diskussionsforum schlau fragen!

Fünffach CD-Wechsler mit Slot-In

Weiterhin kann man einen magazinlosen Blaupunkt-CD-Wechsler mit fünf Einwurfschlitzen ordern oder nachkaufen. Ein bauähnliches Gerät gibt es auch auf dem freien Gerätemarkt, aber es ist nicht kompatibel zum Peugeot-Bussystem und läuft nicht an den Peugeot-Werksradios. Das für den Peugeot spezialisierte Teil ist natürlich erheblich teurer. Gegenüber dem Originalpreis bei Fahrzeugbestellung kann man etwa 100 Euro sparen, wenn man den Wechsler und das Anschlusskabel als Zubehör kauft und nachträglich einbaut. Der Wechsler muss zwar anschließend erst von der Werkstatt in der Fahrzeugelektronik registriert werden, bevor er funktioniert, das mindert die Preisersparnis aber nur unwesentlich. Kunden, die den Wechsler erst nach dem Fahrzeug bestellten, berichteten schon, dass der Händler den Einbau vor der Auslieferung kostenlos gemacht haben. Für alle Neukunden mit RD4 möchte ich — noch unbestätigt — nachwarnen: der alte Wechsler funktioniert möglicherweise nicht am neuen RD4, das muss erst noch geklärt werden.

Seit April 2004 an Bord: Das RD4

Das RD4 ist eine komplette Neuentwicklung: Peugeot hat im April 2005 den VAN-Bus aus dem Auto verbannt und eine Reihe von Komponenten, darunter das Radio und das Display, auf den CAN-Bus umgestellt. Schon allein deswegen war ein neues Radio fällig. Das neue Radio wirkt schicker, ist aber genauso aufgeräumt. Es gibt endlich einen leicht zu erreichenden Drehregler für die Lautstärke.

Auch hier gilt wie schon für das RD3: RD4 ist nicht gleich RD4 — es gibt von diesem Radio wiederum drei Varianten, die sich äußerlich nicht unterscheiden lassen (hergestellt werden sie wohl alle von Blaupunkt). Welche man "erwischt" hat, erkennt man an einem Aufkleber auf dem (nicht sichtbaren) Radiogehäuse. Variante RD4-N1 hat nur einen Tunereingang, Variante RD4-N2 und RD4-N3 können CD-Text anzeigen und haben zwei Antenneneingänge. Über deren Nutzen ist noch nichts bekannt, hoffentlich ermöglichen diese Ausführungen den Betrieb mit zwei Antennen (diversity) zur Verbesserung des Empfangs bei kompliziertem Empfang (jeder kennt das Zirpen und plötzliche Faden in schlechter Empfangslage). Variante RD4-N3 erfüllt einen besonderen Wunsch: es spielt MP3-CDs. Welche der Varianten nun in welchen Fahrzeugen verbaut sind, konnte noch nicht zweifelsfrei geklärt werden … Zumindest das mit dem JBL-Boxensystem verbaute RD4 scheint MP3-tauglich zu sein. Alle neuen Radios haben zudem zwei konfigurierbare Aux-In-Eingänge, von denen einer für die automatische Einspielung des Audiosignals einer Freisprechanlage reserviert ist.

Noch eine weitere Besonderheit hat das RD4: es besitzt eine besondere Menü-Taste und ermöglicht bislang nur dem Diagnosegerät in der Werkstatt vorbehaltene Einstellungen von Einparkhilfe, Licht- und Regensensor und natürlich auch einigen zusätzlichen Radiofunktionen. Ohne dieses Radio muss man sich eben doch in die Werkstatt bemühen.

Zusammen mit dem RD4 gibt es auch ein generalrenoviertes Borddisplay mit höherer Detaillierung, "Graustufen" (es ist nach wie vor orange), und wahlweiser invertierter Darstellung, die auch komplett anschaltbar ist.

Besitzer von "Alt"-307ern sollten aber nicht eine Sekunde den Gedanken an eine Upgradebarkeit verschwenden: schon wegen der geänderten Bustechnologie sind beide Systeme prinzipiell nicht gegeneinander austauschbar. Dann muss man schon ein neues Auto kaufen …

Fazit für Anschaffungswillige

Mit den Werksradios bekommt man halbwegs solide und einfach zu bedienende Geräte, welche sich zumindest im Falle von RB3 und RD3 mit ihren großen übersichtlichen Tasten von dem Spielzeugdesign der gesamten aktuellen 200-Euro-Klasse wohltuend abheben. Damit sind die Vorzüge aber auch schon fast genannt.

Wer eine einfach zu bedienende gute durchschnittliche Anlage mit perfekter Designintegration wünscht, der fährt mit den ab Werk angebotenen Kombis recht ordentlich. Als mangelhaft sind in jedem Falle die hinteren Lautsprecher zu betrachten. Wer es individueller möchte, sollte den Wagen nur mit der (serienmäßigen) Radiovorbereitung ordern. Die dort vorhanden vorderen Lautsprecher muß man für echten Hörgenuss sowieso austauschen. Das Radio sitzt an einem leicht zugänglichen und übersichtlichen Bedienplatz — der Lenkradsatellit ist wirklich entbehrlich. Auch bei Erweiterungswünschen von Video-Anlage bis MP3-Wechsler ist ein Werksgerät eher hinderlich. Peugeot lässt sich das Werksradio — wie viele andere Autohersteller — angesichts der gebotenen Leitung ziemlich teuer bezahlen.

Mit dem RD4 pflegt Peugeot aber eine besondere Kundenbindung: das bessere Display und die Möglichkeit zur Einstellung einiger Fahrzeugfunktionen gehen verloren, wenn man das Auto dennoch ohne Werksradio bestellt. MP3 und ein Aux-In sind zudem mit etwas Glück aber bereits an Bord und mindern den Austauschdruck erheblich.

500 (RB3) bzw. 600 (RD3) Euro kosteten die Anlage anfänglich ab Werk, für den Wechsler waren ab Werk nochmals 390 Euro zu berappen (Stand März 2003). Aber: Mit etwas Fantasie lässt sich eine gleichwertige Anlage auf dem freien Markt für 200 bis 300 Euro (ohne Wechsler) zusammenkaufen. Für 400 Euro dürfte man schon Komponenten bekommen, die die verbauten Teile qualitativ in den Schatten stellen. Bei 600 Euro sollten dann schon ein knackiges Radio und wirklich gute Lautsprecher drin sein.

Mit 2.280 Euro ist das RT3-Paket auch nicht gerade als Schnäppchen zu sehen, kann aber nach Kundenberichten mit guten Leistungen und Funktionsintegration gegenüber vergleichbaren System punkten. Aber auch hier gilt: Vergleichbares gibt es extern für weit weniger Geld.

Stolperfallen der Werksradios

Kundenunfreundlicher Diebstahlschutz

Als Diebstahlschutz wird die Seriennummer des Fahrzeugs in das Radio eingetragen. Wenn man das Radio in einem anderen Fahrzeug oder extern betreibt, gibt es alle paar Sekunden einen nervenden Piepton von sich. Die Anmeldung des Radios muss also zwingend mit dem Servicegerät in der Werkstatt erfolgen. Nicht bestätigt haben sich Befürchtungen, nach denen ein Radio zuvor vom Fahrzeug abgemeldet werden muss, bevor es sich im neuen überhaupt anmelden lässt. Der Kauf gebrauchter Geräte zum Beispiel aus Internetauktionen ist jedoch auch aus anderen Gründen äußerst riskant. Für echte Diebe dürfte die Programmierung mit einem eventuell frisierten Servicegerät von Peugeot kein wirkliches Hindernis darstellen (die werden auch tatsächlich gerne gestohlen). Der bastelbegabte Laie hingegen muss zur Vollendung eines normalerweise unproblematischen Autoradiotauschs die Werkstattkasse klingeln lassen. Übrigens: Auch beim Nachrüsten selbst eines passenden Peugeot-Blaupunkt-CD-Wechslers ist der Gang in die Werkstatt obligatorisch — und natürlich kostenpflichtig.

Geschwindigkeitsabhängige Lautstärkeregelung

Diese Funktion hebt die Grundlautstärke bei steigender Geschwindigkeit an (kein Wechsel in der angezeigten Stufe!) und senkt sie entsprechend wieder. Abgesehen davon, dass diese Funktion gerade dann richtig arbeitet, wenn man es nicht merkt, sich aber das manuelle Nachstellen der Lautstärke eben schenken kann, lässt sich die Stärke der Anpassung mit dem Servicegerät in der Werkstatt in einigen Stufen anpassen. Das ist wohl auch dem unterschiedlichen Drehzahl-Last-Geräusch-Verhalten der verschiedenen Motoren geschuldet.

Leider funktioniert die Anpassung bei einigen verbauten Zentraleinheiten (BSI) nicht richtig. Abhilfe ist wohl nur durch aufwändigen Ersatz möglich. Hier handelt es sich um einen Serienfehler, aber auch um das Fehlen einer zugesicherten Eigenschaft: man sollte jedenfalls auf Nachbesserung drängen. Zur Überprüfung der Funktion kann man bei höherer Geschwindigkeit (ab 120 km/h aufwärts) die Auto-Volume-Eigenschaft des Radios ein- und aussschalten, man sollte dann einen leichten Sprung hören.

Die werkseitige Einstellung über das Diagnosgerät ist "4". Hierbei erhöht das Radio die Lautstärke bei 80, 120 und 160 km/h um 1 dB (das entspricht bei einer Lautstärkeeinstellung von 16-24 etwa einer Stufe, sonst einer halben). In der Einstellung "15" gibt es Erhöhungen bei 80, 100, 120, 140 und 150 km/h, darüber nicht mehr. Ich persönlich bin mit dieser Einstellung weitaus zufriedener.

Lautsprecheranzahl

Auch das lässt sich seltsamerweise mit dem DIAG einstellen. Folgen einer Fehlkonfiguration zum Beispiel: die eingebauten hinteren Lautsprecher bleiben brav stumm, und die Fader-Einstellung im Radiomenü ist ausgeblendet. Das ist einem Kunden nach einem Werkstattbesuch passiert.

Warnung: RD3 ist nicht gleich RD3

Zuletzt noch diese Warnung: RD3 ist nicht gleich RD3. Nicht nur, dass es von verschiedenen Herstellern gefertigt wird: Ältere Radios oder welche aus anderen Fahrzeugen sind unter Umständen nicht mit dem Servicegerät am Auto anzumelden — und umgekehrt — und damit unbrauchbar. Die Peugeot-Händler können unter Umständen anhand der Seriennummern von Fahrzeug und Radio die Kompatibilität feststellen, aber oftmals hilft auch hier nur blutiges Ausprobieren. Ein toller Service!

Anschlüsse für externe Geräte

Auch hier gelten alle Aussagen zunächst für das RD3. RT3 und womöglich auch das neue RT4 haben neue, eigene "Anschlussgesetze". Soweit bekannt, gehe ich darauf ein.

Beschränkte serienmäßige Anschlussfreudigkeit

Neben dem üblichen A-Block für Versorgungsleitungen, in dem Zündung und Dauerplus gegenüber den Freimarktgeräten auf anderen Steckern liegen und ausgerechnet auf einem sonst für das Stummschalten durch Handyfreisprechanlagen genutzten Pin der Peugeot-Gerätebus werkelt, gibt es einen normalen B-Block für Lautsprecheranschlüsse und einen Mini-ISO-Block C, der die Wechslersteuerung realisiert. Ein Pre-Out (Line-Out) ist überhaupt nicht bestückt, der Eingang ist nur im Zusammenhang mit einem externen Wechsler nutzbar, da er nur bei Vorhandensein und Abspielbereitschaft eines solchen aktiviert werden kann. Das neue RD4 hingegen hat einen hierfür nutzbaren Aux-In-Eingang. Workarounds sind auch nach hartnäckiger Nachfrage nicht bekannt und bei der gesamten Entwicklungsleistung (siehe oben) eher unwahrscheinlich.

Direkter Anschluß externer Abspielgeräte: warum es nicht klappt und wie es doch klappen könnte

MP3-Fähigkeit ist bei den meisten Werksradios Mangelware, nur von der besten RD4-Version wissen wir, dass es funktioniert. Aber was spricht dagegen, das heimische Musikbackup nicht auch unterwegs zu nutzen? Ein tragbarer Player macht es möglich. Daneben gibt es noch Anwendungsfälle für MiniDisc, DAT, oder zum Beispiel einen Kassetten-Walkman, falls man sich einmal für ein CD-Radio entschieden hat. Wie eben schon gesagt: einen einfach einzuschaltenden Eingang haben die Werksradios — bis auf das RD4 — leider allesamt nicht. Folgende Alternativen sind denkbar:

A) ungenutzter Wechsleranschluss: Hier gibt es zwei Probleme zu lösen: 1. Der Stecker. Bei Conrad gibt es ein fertiges Kabel für etwa 10 Euro. Den ISO-Block allein bekommt man mit allen Klammern bei einem Car-Hifi-Ausrüster auch schon für weniger Geld. 2. Das Radio überreden, den Wechslereingang zu benutzen. Die radioeigene Intelligenz schlägt hier nämlich voll zu unserem Leidwesen zu. Quellen wie CD oder Wechsler werden nur akzeptiert, wenn sie abspielbereit sind und das signalisieren. Da sich am Wechslereingang kein Wechsler meldet, geht nichts. Recherchen und Anrufe bei Peugeot und Clarion haben ergeben, dass es hierfür keine Lösungsmöglichkeit gibt. Die Anfrage nannte externe Schaltung (geht aber doch, siehe E!), Brücke, gepatchte Firmware, Freischaltung per Servicegerät, versteckte Tastenkombination, … Vergessen wir’s also.

B) genutzter Wechsleranschluss: Benutzer des RB3 (Kassette) mit CD-Wechsler sind für einen Workaround fein heraus: man kann die Audio-Verbindung zwischen Wechsler und Radio auftrennen und eine Klinkenbuchse mit Schalter einschleifen. Zum Abspielen muss man dann zwar eine CD als Dummy einwerfen, kann dann aber durch Einstöpseln des externen Gerätes gleich loslegen.

C1) Modifizierung des RD3: Nur für geübte Bastler zu empfehlen, man verliert außerdem den Gewährleistungsanspruch für das Radio (was bei zwei Jahren richtig wehtun kann). Es gilt, den Audioweg zwischen CD-Teil und Restradio aufzuspüren, aufzutrennen und eine Buchse einzuschleifen. Auch hier müsste dann eine Dummy-CD im Gerät kreiseln, das kann aber alles Mögliche sein, da die CD automatisch wiederholt wird. Bastler voran, aber ich habe darauf erst einmal verzichtet. Es ist heutzutage nicht einmal klar, ob es einen auftrennbaren Audioweg gibt. Womöglich steckt alles in einem Chip.

C2) Alternativ kann man den Radiosignalweg aufschleifen.

D) FM-Modulator: Kleine Kästchen, die in die Antennen-Zuleitung geschleift werden und einen Radiosender nachbilden, der vom Radio dann gewöhnlich empfangen werden kann. Ich habe eine betagtere CD-Wechsler-Steuerung von Sony umgebaut (da auch hier zunächst wieder die Logik zuschlägt und der Modulator nur arbeiten will, wenn ein Wechsler angeschlossen ist). Die Qualität ist "so na ja" bis "beim Fahren stört es eigentlich nicht", der Einbauaufwand recht gering, und ein Garantieverlust am Radio ausgeschlossen. Nachteile: Das Teil muss separat in Betrieb gesetzt werden, da es bei Aktivierung den Antennenweg auftrennt und so der Radioempfang zumindest beeinträchtigt wird. Zudem ist Verkehrsfunk damit unmöglich, im Gegensatz zu allen anderen Varianten außer C2.

E) CD-Wechsler-Simulation: Hallelujah, ja das gibt es. Eine britische Firma namens "connects2" hatte schon seit geraumer Zeit ein ganzes Sortiment "intelligenter" Käbelchen, die den Werks- oder anderen Radios vorgaukelt, eine abspielbereite Peripherie zu sein. Zumeist handelte es sich aber leider um Adapter für SONY-Geräte, einfache Klinkensteckergeräte werden (noch?) nicht unterstützt. In zunehmendem Maße werden aber hochwertige Zusatzgeräte wie Festplatten-MP3-Player von Dension als SONY-Varianten zusammen mit den passenden Connects2-Adaptern als passend für den Peugeot 307 angeboten.

Seit Mai 2005 ist der Autor aber glücklicher Besitzer eines Kästchens (bezogen über "maxxcount.de"), welches genau diese Wechslersimulation vornimmt. Beim Schalten auf den Wechslereingang meldet sich eine imaginäre CD1 mit 12 Tracks im Display. Das Kästchen muss — ebenso wie der originale Wechsler — nach dem Einbau über das Diagnosegerät angemeldet werden. Der Einbau kann mit nur wenig Geschick selbst vorgenommen werden. An die Cinch-Buchsen schließt man sich ein Klinkensteckerkabel an, welches zum Beispiel lose im Handschuhfach herumfliegend auf Anschluß warten kann. Das Teil ist nicht preiswert (99 Euro), aber welches Autozubehör ist das schon …

Abbildung des Adapters für das RD3.
Der angeschlossene Adapter für das RD3 kurz vor dem Versenken im Radioschacht.

Kostenlos aber nicht umsonst

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