Verbesserung und Reparatur des Entriegelungsgurtes für die Sitze der dritten Sitzreihe.

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Entriegelungsgurt reparieren


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Verbesserung und Reparatur des Entriegelungsgurtes für die Sitze der dritten Sitzreihe.


Entriegelungsgurt reparieren

Unser Auto war noch nicht einmal aus der Auslieferhalle, da hatte ein Familienmitglied bereits den Betätigungsgurt für den Zusatzsitz dritte Reihe in der Hand. Anscheinend gibt es da große Qualitätsunterschiede, sodass einige Sitze klaglos arbeiten, und andere bereits mehrfach die Werkstatt gesehen haben. Auch mein Händler bot mir spontan an, den Sitz tauschen zu lassen - aber warum der Aufwand, wenn ich womöglich einen anderen, genauso fehlkonstruierten Sitz bekomme? Da ist mir ein wie auch immer reparierter Sitz, der diese Krankheit künftig nie mehr zeigen wird, doch deutlich lieber.

Den originalen Gurt hatte ich probeweise wieder eingesetzt bekommen. Beim anschließenden Test riss er sogleich wieder aus, und einer der Noppen hatte das Zeitliche gesegnet. Da musste das Problem also an der Wurzel gepackt werden.

Die folgende Anleitung erfordert viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Da die Seitenverkleidung nur genietet und nicht verschraubt ist, muss man einzig durch den Schlitz, wo der Betätigungsgurt nach außen geführt wird, arbeiten. Chirurgen nennen so etwas "minimalinvasive Operation". Hier ist es nicht viel anders.

Begriffsdefinition

"Lasche" ist der kleine Betätigungsgurt, dessen anderes Ende "Plastikteil" im von der Verkleidung verdeckten "Betätigungshebel" der Sitzmechanik eingerastet ist.

Reparaturanleitung

  • 1. Wer die kleine Zuglasche schon mal (unfreiwillig) in der Hand hatte, erkennt ein kleines rechteckiges angegossenes Plastikteil (etwa 1,5 x 1,2 cm), welches mittig links und rechts einen kleinen Noppen, Durchmesser etwa 4,5 mm und Höhe etwa 2 mm, hat.

  • 2. Das Mittel meiner Wahl war ein kleiner Möbelbrettstift - sowas, womit man Regalböden in Schrankwänden sichert. Ist reichlich 1 cm lang und hat einen Durchmesser von 4,5 mm, in der Mitte einen kleinen Wulst. Ich habe von einer Seite etwa 2 mm abgesägt.

  • 3. Die Noppen an der Gurtlasche ausbohren, vorsichtig bis 4,5 mm, Ränder entfernen. Das Stiftchen mal zur Probe einsetzen, durch den Wulst kann es nicht durchrutschen und steht jetzt auf beiden Seiten etwa 3 mm über. Der Stift muss stramm sitzen und darf nicht wackeln.

  • 4. Stift wieder entfernen. Jetzt braucht man zwei Drahtenden aus starkem Draht (Eisen oder ähnliches, Kupfer ist zu weich). Einfach das Drahtende etwa 6 bis 8 mm um etwa 100 Grad abbiegen.

  • 5. Das Plastikteil mit etwas Geduld und Spucke durch die Öse des Betätigungshebels hindurchstecken, und anschließend die Lasche so weit wie möglich durchschieben. Mit den selbst gebogenen Haken das Plastikteil der Lasche wieder von hinten hervorangeln und aus dem Schlitz herausführen.

  • 6. Jetzt kann man den Stift einsetzen. Meiner sitzt stramm, und ich habe auf Kleber verzichtet. Durch den Wulst kann er später sowieso nicht verrutschen. Den Schlitz in der Verkleidung etwas aufweiten und das Plastikteil zurückstecken. Jetzt die Lasche wieder aus dem Schlitz angeln (sie dürfte beim Herausziehen des Plastikteils ganz hineingerutscht sein) und vorsichtig ziehen. Mit etwas Glück zentriert sich das Plastikteil und der Stift selbst auf der Rückseite des Betätigungshebels.

  • 7. Mit einem Schraubendreher o.ä. den Hebel festhalten (sodass er nicht betätigt wird) und mit sehr sanfter Gewalt an der Lasche ziehen. Wenn der Durchmesser des Stiftes stimmt, macht es dann kurz "klick" und der Stift sitzt arretiert in der Hebelöse, die Lasche ist voll beweglich und auch wieder einsatzfähig.
    Dadurch, dass der Stift länger ist als die Original-Noppen, dürfte die Gefahr, dass man die Lasche durch die (aus Kunststoff gefertigte und daher sehr labberige) Öse des Betätigungshebels zieht, weitaus geringer sein als vorher. Durch das Einrasten kann die Lasche auch nicht versehentlich in der Versenkung, sprich Verkleidung der Sitzmechanik verschwinden.

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