Auslieferung des Fahrzeuges. Erster Eindruck.

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Monatsbericht Juli 2003


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Auslieferung des Fahrzeuges. Erster Eindruck.


Front und Fahrerseite des Opel Meriva. Lieferzeit, Lieferverzögerung

04.07.2003, Kilometer: 0.

Nach moderaten sechs Wochen Lieferzeit habe ich am 4. Juli meinem Opel Meriva vom Händler abgeholt. Somit wurde die durch den Händler angegebene Lieferzeit eingehalten.

Und beinahe hätte sich Opel sogar selbst übertroffen. Denn das Fahrzeug rollte laut Kfz-Brief bereits am 10. Juni vom Band in Saragossa. Entsprechend früh wurde ich durch den Händler benachrichtigt, dass mein Auto bald käme.

Kam es aber nicht. Wo es steckte — niemand wußte es genau. Streiks in Frankreich sollen den Transport nach Deutschland verzögert haben. Doch die Streiks waren meines Wissens spätestens Mitte Juni 2003 zumindest im Bereich Verkehrswesen beendet.

Opel Hotline

Schließlich wurde eine telefonische Anfrage an die Opel-Service-Hotline gerichtet, da noch immer völlig unabsehbar war, wann der Wagen eintrifft.

Meine Ansprechpartnerin dort versprach, sich um die Sache zu kümmern und sich in ein bis zwei Tagen wieder zu melden. Nicht einmal 24 Stunden vergingen, dann war alles geklärt: nach drei Wochen Transportzeit war mein Meriva nun endlich beim Händler angekommen. Wie auch immer die Mitarbeiterin das gezaubert hat — oder ob es purer Zufall war? Auf jeden Fall ist die Opel Hotline gut zu erreichen (keine Wartezeiten) und stets sehr um den Kunden bemüht und freundlich. So muß es sein. Vorbildlich!

Auslieferung

04.07.2003, Kilometer: 0.

Die Formalitäten beim Händler in Heersum waren schnell erledigt. Freundlich und persönlich wie immer. Dieser Händler wird wohl mein neuer "Opel-Partner" werden.

Front und Fahrerseite des Opel Meriva.
Front und Fahrerseite des Opel Meriva.

Das Fahrzeug stand vor der Tür des Händlers. Eine Einweisung ist nicht erforderlich. Beim Meriva hat alles seinen Platz, ist alles beim ersten Einsteigen gewohnt und gemütlich. So konnte es denn gleich losgehen: zum heimatlichen Parkplatz, auf dem nun gute 300 kg mehr Auto stehen.

Heck und Fahrerseite des Opel Meriva.
Heck und Fahrerseite des Opel Meriva.

Bettlektüre

Wer einen Meriva bekommt, erhält eine mehrsprachige Bedienungsanleitung für das Autoradio. Man sollte sich daher hier von der Seitenzahl nicht erschrecken lassen. Doch beim Auto selbst, sieht das ganz anders aus. Man erhält man eine praktische Kurzanleitung, die im Auto liegen sollte, da hier besonders die Bedeutung von Kontrolleuchten erklärt wird. Zudem findet man im Handschuhfach ein Buch(!), das nahezu alle Fragen zum Meriva klärt. Im Vergleich zu einer Astra-Anleitung aus dem Jahr 1994 hat sich der Umfang von 160 auf 258 Seiten erhöht. Thomas Manns "Zauberberg" ist da nicht mehr weit!

Der erste Eindruck vom eigenen Meriva

Noch immer der gleiche Eindruck: der Opel Meriva ist ein Scheinriese. Von außen sieht er recht klein aus — gemein gesagt: wie ein aufgepusteter Corsa. Eher unscheinbar. Nicht ein Wagen, der unheimlich was her macht. Wer das braucht — ist hier falsch. Von innen aber kann er mit einem gemütlichen Wohnzimmer konkurrieren. Und superpraktisch ist er natürlich aufgrund seiner Variabilität auch.

Der 100 PS Motor ist — vielleicht auch nur anfänglich — ein kleiner Brummer. Unauffällig und nicht störend, informiert der Motor den Fahrer über sein Wohlergehen. Für jemanden wie mich, der stark nach Gehör (und Gefühl) fährt — ist das sehr willkommen. Drehzahlmesser brauche ich eigentlich nicht. Zudem kann man den Meriva auch im fünften Ganz klaglos durch die Stadt rollen lassen. Leichte Beschleunigung ist da gar kein Problem.

Meriva in der Praxis

Ein Kurzurlaub in Dresden stand an. Beste Gelegenheit die Fähigkeiten des Meriva als Familientransporter zu testen. Drei Personen, Reisetaschen und allerlei andere Dinge verschluckte der Innenraum des Meriva klaglos.

Die Funktion, aus der Dreierrücksitzbank eine Zweierbank mit mehr Platz zu machen wurde getestet und für angenehm empfunden. So variabel kann ein Opel sein! Beim Kofferraum täuscht der Meriva wieder Kleinwagenatmosphäre vor. Alles ist hier in der Größe eines Corsa oder Polo gehalten vom Eindruck her — doch das täuscht. Stets ist der Eindruck mal eineinhalb oder zwei zu nehmen. Die Proportionen des Wagens täuschen unheimlich. Der Kofferraum meines alten Astra schien größer — doch Reisetaschen passten gerade einmal so der Länge nach hinein.

Opel Meriva unter Bäumen.
Opel Meriva unter Bäumen.

Landstraße — gut beladen. Das Fahrverhalten bleibt untadelig. Nebenstraßen im Osten — ruhig nimmt es der Meriva hin. Schaukelt über das Pflaster. Autobahn. Tempo zwischen 140 und 170 km/h. Mal antesten — die ersten 1.000 km liegen schließlich hinter uns. Sicher und agil ist der Eindruck.

Opel Meriva auf Nebenstraßen im Osten.
Opel Meriva auf Nebenstraßen im Osten.

Dresden — Stadtverkehr. Die hohe Sitzposition verschafft Überblick. Mit dem Meriva kein Problem. Auf holprigen Nebenstraßen ist von Seekrankheit keine Spur. Ein wirklich angenehmes Fahrverhalten. Wie im Reisebus gleitet man durch Elbflorenz. Nur die Ladung rutscht im ebenen Kofferraum hin und her, wenn man nicht das Spannetz oder eine rutschhemmende Unterlage benutzt (letztere ist nun an Bord).

Opel Meriva beim Überqueren einer Holzbrücke.
Opel Meriva beim Überqueren einer Holzbrücke.

Rollsplit

Das mag der Serienmeriva gar nicht. Die Vorderräder schaufeln Splitt aufgrund der Form der Karosserie an den Lack der Vordertüren. Es klirrt und klimpert. Da muß noch ein Schutz her (gibt’s bei Opel für nur wenige Euros, billiger als Lack ausbessern …).

Travel-Assistant

Was sich anhört wie ein Navigationssystem, ist leider nur eine Kunststoffbox, die sich auf die Rückseite des Mittelsitzes montieren lässt und bei der Zweier-Rücksitzbank-Kombination als Armlehne dient (harter Kunststoff!). Hinein passen allerlei Dinge (isoliertes Staufach). Auch für CDs hat man die entsprechenden Halterungen in der Box nicht vergessen — praktisch. Sie ist im ENJOY Serie. Extra bestellen täte ich das Ding allerdings nicht. Zum Picknick schleppt man die Box bestimmt nicht mit. Da ist eine richtige Kühlbox doch was anständigeres. Aber eine nette Beigabe …

Sicht

In den mir vorliegenden Tests wurde immer die Unübersichtlichkeit nach vorn links kritisiert, die durch die zwei Fensterholme behindert wird. Große Menschen (1,88 m) haben da keine Probleme — jedenfalls kann ich davon nicht berichten. Das sollte jeder selbst für sich testen. Wichtig: Testen mit der richtigen Sitzeinstellung — vor allem in der Höhe!

Verbrauch

Schreck! Die Verbrauchswerte von Opel klangen so sympathisch. Und die Testverbräuche der Autozeitschriften ebenfalls. Haben die den Wagen auf Händen getragen? Zumindest auf den ersten 1.000 km verbrauchte der Meriva ziemlich viel Sprit. Geradezu durstig. Und die Tanknadel immer in Bewegung — nach jeder Fahrt. Ich werde hierüber im nächsten Monat berichten, wenn ich einen Durchschnittsverbrauch ermittele. Aber wohl wird der Wert nur wenig unter 10 Litern liegen (guter Mix aus Stadtverkehr, Kurzstrecke, Autobahn und Landstraße — wie üblich eben …). Lassen wir uns überraschen …

Fahrradtransport

In den Meriva passt ein ausgewachsenes Treckingrad nur, wenn man es auseinandernimmt. Zudem ist der Kofferraum im Urlaub wirklich zu schade, um als Garage für das Zweirad zu dienen.

Dachträger

Der Meriva ist hoch und ein Dachträger um so schwerer zu beladen. Zudem erhöht sich der Luftwiderstand enorm. Die Stiftung Warentest hat sämtliche Dachträger (auch Markenprodukte) als unsicher und gefährlich bei Unfällen eingestuft. Also lieber was anderes …

Heckträger - Anhängerkupplung

Eine Anhängerkupplung wäre gut. Und ein abklappbarer Fahrradträger, um an den Kofferraum zu gelangen. Preis? Mindestens 800 Euro (für Anhängerkupplung und Träger). Für was Vernünftiges wohl eher 1.000 Euro. Eine Menge Geld für jemanden, der ein neues Auto auf dem Parkplatz stehen hat.

Heckklappenträger

Was gibt es denn da? Billige Träger etwa von real,- oder anderen Märkten, die sich auf Spanngurtmontage stützen. Schwere, gute Fahrräder, auf der Autobahn gehalten von acht Gurten mit Verzurrösen — mir wird ganz anders. Vor mir würde ich so ein Ding nur ungern sehen. Und selbst eines Fahren — nein!

Thule hat derzeit für den Meriva nichts überzeugendes und sieht — trotz des Preises — in Tests oftmals eher mau aus. Da kommt dann ein "Paulchen" daher. Eine eher unbekannte Firma, die sich auf Heckträger spezialisiert hat und seit Juli auch einen Heckträger für den Meriva anbietet — speziell auf das Fahrzeug abgestimmt.

Nach einer Woche ist das Teil in drei Kisten verpackt da (leider wurde zunächst vom Lieferanten meines Opel-Händlers ein falscher Grundträger geliefert und nur mit der schnellen Unterstützung der Firma Paulchen per Mail und Telefon ließ sich dieser davon überzeugen, das Verkehrte geschickt zu haben … Paulchen sei dank — Hotline gut erreichbar, hilfsbereit, persönlich und freundlich — so muß es sein — Danke Herr Reglin!).

Nun sitzt der Träger bombenfest am Fahrzeug. Wie angegossen. Wie für den Meriva gemacht — und das ist er ja in der Tat! Qualitätseindruck — tadellos … hat aber sein Gewicht!

Die Grundmontage dauert etwa eineinhalb Stunden (Zeit lassen! Geht ziemlich einfach. Nicht von den Teilen und Tütchen abschrecken lassen — alles fügt sich sinnvoll zusammen). Die Anpassung an das Fahrzeug noch einmal 30 Minuten. Dann ist’s aber vollbracht.

Da ich erst den falschen Grundträger wieder auseinander bauen mußte, brauchte ich entsprechend länger. Aber dafür kann Paulchen nichts …

Das Set besteht aus

  1. Grundträger Typ 300
  2. Montagesatz Opel Meriva (fahrzeugspezifische Teile)
  3. Fahrradträgerteile (drei Ausstattungen: Economy, Comfort und Profiausstattung)

Preise je nach Ausstattung — mittlere Ausstattung: Preis des Trägers etwa 400 Euro. Eine Zusatzbeleuchtung wird empfohlen, da die Räder die Rücklichter verdecken. Mal sehen, ob ich eine solche nachordere. Ist mit Umbauten am Pkw verbunden (die Lichter müssen ja irgendwo angeschlossen werden). Dann wird’s noch einmal teuer laut Händler. Zu empfehlen ist auch ein Schloß an der Rändelschraube, die den Träger verspannt, um den Träger vor Langfingern zu schützen. Maximal drei Räder kann dieser Träger verkraften …

Natürlich werde ich weiter aus der Merivawunderwelt berichten …

Seitenansicht von Mercedes A-Klasse und Opel Meriva.
Mercedes A-Klasse und Opel Meriva im Vergleich.

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